Heimbach - Mit dem Erfolg in den kühnsten Träumen nicht gerechnet

Mit dem Erfolg in den kühnsten Träumen nicht gerechnet

Von: Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:
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Er macht den Platz frei: Dr. Lorenz Peter Johannsen, Pressesprecher des Arbeitskreises „Spannungen” des Kunstfördervereins Kreis Düren, gibt seine Aufgaben ab. Sein Nachfolger ist Klaus Kenke. Foto: Eisenmenger

Heimbach. Den „Schatz” hat Dr. Lorenz Peter Johannsen eher zufällig entdeckt. Es war bei einem Spaziergang mit seiner Ehefrau Gertrud in Heimbach, als das Ehepaar zufällig das idyllisch gelegene Jugendstilkraftwerk sah.

„Du suchst doch einen Veranstaltungsort für das Kammermusikfestival Spannungen”, sagte seine bessere Hälfte damals und legte damit ohne es zu wissen den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte, die bis heute fortgeschrieben wird.

Das Kraftwerk mit seinem nostalgischen Flair ist ein Grund für die dichte Atmosphäre des renommierten Festivals des „Kunstfördervereins Kreis Düren”.

Es ist aber vor allem die familiäre Note, die sowohl die Musiker als auch die Besucher schätzen. Eine Stimmung, die aus der Leidenschaft für die Musik von Menschen wie Lorenz Peter Johannsen resultiert.

„Jeder von uns ist mit Herzblut dabei, und das spüren die Leute. Unser Heinz Hassels nimmt 14 Tage Urlaub, um sich um den Bühnenaufbau zu kümmern”, nennt der frühere Chefarzt der Kinderklinik Düren ein Beispiel. Bei jedem seiner Worte klingt diese Leidenschaft mit.

Dementsprechend schwer fällt dem ehemaligen Vorsitzenden, der im Arbeitskreis „Spannungen” für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, der Abschied aus dem aktiven Bereich. „Ich bin jetzt 75 Jahre alt, und es ist Zeit, den Platz zu räumen. Das Festival beansprucht viel Zeit, und ich habe noch andere Projekte, um die ich mich kümmern will.”

Was ihn tröstet, ist die Gewissheit, dass er das Projekt bei seinen Mitstreiterin in guten Händen weiß.

In seinen kühnsten Träumen hätte Johannsen nicht damit gerechnet, dass „Spannungen” einmal so erfolgreich sein würde. Angefangen hatte alles mit einer Frage. Der aus Düren stammende Pianist Lars Vogt - er hat die musikalische Gesamtleitung - bat Johannsen um Mithilfe bei der Realisation eines Kammermusikfestivals. Bis zur Premiere 1998 mussten allerdings viele Hürden genommen werden. Eine war, RWE als Eigentümer des Kraftwerks mit ins Boot zu holen.

„Es gab viele Gespräche, aber irgendwann hatten wir den Vorstand überzeugt.” Vor dem Testlauf 1997 musste das Kraftwerk „konzertauglich” gemacht werden. „Um eine gute Akustik zu haben, mussten wir Boden und Wände dämmen.”

Der Testlauf verlief viel versprechend. „Damals haben wir schon gemerkt: Mensch, das kann funktionieren!”, lacht Johannsen und zupft an seinem silberweißen Bart. Dass „es funktioniert hat”, beweist auch die enorme Nachfrage: Jahr für Jahr ist das Festival binnen weniger Stunden ausverkauft.

Johannsen nimmt viele schöne Erinnerungen mit. Nach einem Konzert schüttete es wie aus Kübeln, und die Besucher blieben im Kraftwerk. Daraufhin setze sich der Pianist Steven Osborne spontan ans Klavier und gab eine Jazz-Session. „Etwas Schöneres konnten sich die Besucher gar nicht vorstellen und waren glücklich über den Wolkenbruch.”
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