Mit Bürste und Wasser gereinigt: „Stolpersteine“ glänzen wieder

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Mit einer Bürste, Salz und viel Wasser haben Annika Ziegler, Joanna Hippe, Julia Staß mit ihrem Lehrer Marc Jubelius auch die „Stolpersteine“ am Wirteltorplatz gesäubert, die an Clementine und Berthold Bender sowie an Auguste und Karl Marx erinnern. Foto: Abels

Düren. Die mit Messing beschlagenen Pflastersteine sollen ins Auge stechen. Selbst der noch so gestresste Passant soll für einen Moment innehalten und die Inschriften der Steine lesen.

Das ist die Intention der „Stolpersteine“, mit denen der Kölner Künstler Gunter Demnig versucht, die Erinnerung an die Menschen lebendig zu halten, die bis zu ihrer Deportation und Tötung durch das NS-Regime in den Häusern wohnten, vor denen die „Stolpersteine“ liegen. Zwischen 2005 und 2008 hat die Dürener „Pax Christi“-Gruppe rund 60 dieser Pflastersteine im Stadtgebiet verlegen lassen.

Das Problem: Mit der Zeit verwittern die Steine, setzen Patina an. Die Inschriften füllen sich mit Ablagerungen, so dass sie nur noch schwer entziffert werden können. „Jahrelang haben wir uns als ‚Pax-Christi‘-Gruppe um die Säuberung gekümmert“, erklärt Ludger Dowe. Doch die Mitglieder sind in die Jahre gekommen. Das Bücken fällt ihnen zunehmend schwer. Deshalb freut sich Dowe, dass er nun vom Rurtal-Gymnasium Hilfe bekommen hat. Geschichtslehrer Marc Jubelius hat das Thema „Stolpersteine“ im Unterricht des Q2-Grundkurses aufgegriffen.

In kleinen Gruppen sind die Schüler durch die Stadt gezogen, um zum einen alle Stolpersteine zu säubern und aufzupolieren, sich aber auch mit der Erinnerungskultur zu beschäftigen. Und bei einem Rundgang in der kommenden Woche wird Dowe den Schülern Einzelheiten und zum Schicksal der Menschen berichten, an die die „Stolpersteine“ erinnern.

Besonders freut Dowe, dass sich das Rurtal-Gymnasium dauerhaft um die Pflege der Steine kümmern will. Geplant ist, dass sich in jedem Jahr Oberstufenschüler eines Geschichtskurses auf diese praktische Art mit der Vertreibung und Vernichtung von Juden, Zigeunern, politische Verfolgten in der Zeit des NS-Regimes auseinandersetzen.

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