Mit Briefmarken auf Weltreise gehen

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
6644652.jpg
Anne Hamacher und Clemens Buchner gingen am Sonntag am Jugendtisch der Briefmarken-Sammler-Vereinigung Düren auf eine Schatzsuche. Anhand von Briefmarken reisten sie innerhalb kürzester Zeit einmal um die ganze Welt. Foto: Stephan Johnen

Düren. Wer eine E-Mail verschickt, braucht keine Briefmarke. Patrick Zeiß, der beruflich in der Informationstechnik beheimatet ist, schreibt täglich Mails. Er schätzt die Vorzüge, die der elektronische Postverkehr, aber auch Frankiermaschinen bringen. Und dennoch greift der 24-Jährige regelmäßig zur klassischen Briefmarke.

Zum einen, weil er seit Jahren leidenschaftlicher Sammler ist, also Philatelist. Zum anderen, weil es für ihn manche Botschaft gibt, die nur handschriftlich verfasst auf gutem Briefpapier verschickt werden sollte: Hochzeitseinladungen, Weihnachtsgrüße, ganz besondere persönliche Briefe. „Das hat etwas mit Wertschätzung zu tun“, findet Zeiß. Und wer sich die Mühe macht, einen Brief zu schreiben, der sucht auch eine Marke heraus, um der Post einen individuellen Stempel aufzudrücken.

Über seinen Onkel kam er zum Hobby, das ist viele Jahre her. Der 24-Jährige ist Mitglied der Briefmarken-Sammler-Vereinigung Düren und versucht, bei Veranstaltungen wie dem Tauschtag im Posthotel am Sonntag, junge Menschen für sein Hobby zu begeistern. Die Sammler-Vereinigung hat eigens für Neugierige einen eigenen Tisch aufgebaut, auf dem eine Schatztruhe mit Briefmarken thront. Schon früh am Morgen sind Clemens (7) und Anne (11) in der Truhe auf Schatzsuche gegangen. Hans-Dieter Hamacher hat seine Enkelkinder zum Dürener Tauschtag mitgenommen.

„Wenn Sie Freude an diesem Hobby haben, können Sie meine Marken übernehmen“, sagt er. Schon heute werde bei Besuchen der Enkelkinder in den Alben aufmerksam geblättert. „Ich mag Tiere gerne“, erzählt Anne, während ihr Cousin Clemens vor allem nach bunten Marken sucht. Je farbenfroher, desto besser. Wann sie zuletzt eine Briefmarke benutzt hat? „Immer, wenn ich Oma einen Brief schreibe, klebe ich eine drauf“, sagt Anne. Und im Urlaub schreibt sie fleißig Postkarten. Im Idealfall mit hübschen Briefmarken, die zu Hause vielleicht noch nie jemand gesehen hat.

„Briefmarkensammeln ist nicht unzeitgemäß“, findet Patrick Zeiß. „Jede Marke, jedes Motiv erzählt eine spannende Geschichte“, erklärt er, warum ihn das Hobby so angesprochen hat. Briefmarken seien Gebrauchsgegenstände – aber auch Kunstwerke und Dokumente der Zeitgeschichte. Und damit meint er nicht nur die Sondermarken. Wer Briefmarken sammelt, kenne sich auch in der Welt(-geschichte) aus, ist Zeiß überzeugt. „Viele Fragen bei ‚Wer wird Millionär?‘ kann ich aufgrund meines Hobbys regelmäßig beantworten“, fügt Klaus Goslich, Vorsitzender der Sammler-Vereinigung, hinzu und schmunzelt.

Ein Sammler beschäftige sich mit den Marken, sei zugleich Historiker und Geograf. „Für Kinder ist es natürlich erst einmal spannend, Blumen oder Tiere zu sammeln“, weiß er aus eigener Erfahrung. Erst später spezialisiere sich ein Sammler. Die Jugendgruppe des Vereins bereitet derzeit beispielsweise zwei Ausstellungen vor. Helfende Hände sind willkommen (Infokasten). Marken und Alben gibt es für junge Sammler ausreichend: Die Schatztruhe ist gut gefüllt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert