Mit Bewegung dem Leben wieder mehr Qualität geben

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:

Düren. Dass Bewegung, zumal die sportlich-ausdauernder Art, Menschen nach einer Krebs-Erkrankung, wieder aufrichten kann, ist nicht nur für die Betroffenen und ihre Ärzte oft noch ein ungewohnter Gedanke. Trotzdem gibt es einen Fachmann, für den beides gut zusammen passt.

Mehr noch: Der Kölner Sportwissenschaftler Dr. Freerk Baumann besitzt schon einen gewissen Erfahrungsschatz auf diesem Gebiet und kann von Prostatakrebs-Patienten, die die Alpen zu Fuß überqueren oder Frauen nach einer Brust-OP, die den ganzen Jakobsweg zurücklegen, berichten. Das hat jetzt er im Krankenhaus Düren getan - im Zuge des Forums „Medizin hautnah”, das von Krankenhaus und Dürener Zeitung präsentiert wird.

Doch nicht nur die Botschaft, die Baumann zu übermitteln hatte, tat den Zuhörern gut - auch die Art und Weise, wie der Gast aus Köln auftrat, wirkte aufbauend. Denn der Experte stellt seine Ideen und ihre Anwendung nicht in abgehobenem Jargon dar - er pflegt eine klare Sprache, erzählt Geschichten von Menschen und der verändernden Kraft, die ihrem lädierten Leben wieder Qualität gegeben hat. Ein Gütesiegel hat Baumann, dessen Vortrag von Urologie-Chefarzt Dr. Christof Börgermann eingefädelt wurde, schon bekommen: den Helmut-Wölte-Preis für Psychoonkologie im vergangenen Jahr. Ein Buch gibt es auch schon: „Die Kraft der Bewegung”.

Baumann verstand es, seinen Zuhörern Mut zu machen. Gerade weil er deutlich machte, dass Bewegung sehr viel mehr bedeutet, als einen Fuß vor den anderen zu setzen. Ängsten, denen zu Folge Bewegung das Wachstum von Tochtergeschwülsten (Metastasen) fördern könne, widersprach der Sportwissenschaftler energisch.

Außerdem betonte Baumann: „Bewegungstherapie bringt Nachhaltigkeit. Anderenfalls gibt es keine erfolgreiche Krankheitsbewältigung.” Auf sportliches Tun komme es dabei nicht so sehr an. „Alltagsaktiv sein und bleiben - für immer”, lautet der praktische Rat des ausdrucksfreudigen Gastredners, der noch praktischer wurde: „Ein Hund kann eine gute Motivation sein.” Die Berechtigung seines therapeutischen Ansatzes schöpft Baumann aus neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen: „Tumor-Erkrankungen werden durch Bewegung nicht schlimmer - Studien zeigen sogar, dass einige Tumor-Erkrankungen durch Bewegung geblockt werden.”

Bereits am Mittwoch, 24. Februar, 19 Uhr, laden die Urologen des Krankenhauses an der Roonstraße wieder zu „Medizin hautnah” ein. Spezialisten für die Behandlung von Frauen, Männern und Kindern erläutern dann die Inkontinenz und Möglichkeiten zu ihrer Behandlung.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert