Düren - Mit Alltagsgegenständen „Jutes tun“

Mit Alltagsgegenständen „Jutes tun“

Von: Anne Welkener
Letzte Aktualisierung:
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Jutebeutel, um Jutes zu tun: Die drei Aachener David Muschiol, Ingo Schartmann und Tobias Burgholz (v.l.) bieten mit ihrer Internetseite www.jutestun.de Organisationen und Ehrenamtlichen die Möglichkeit, für Flüchtlinge oder Bedürftige nach Unterstützung oder Sachspenden zu fragen. So wird einfach zwischen Suchenden und Spendern vermittelt – sei es zum Beispiel für Nachhilfe oder Alltagsgegenstände. Foto: Welkener

Düren. Ein Schwarzes Brett, daran viele kleine Zettel mit der Überschrift „Suche“. Suche Fahrrad. Suche Nachhilfe. Suche Staubsauger. So – nur in digitaler Form – kann man sich die Internetseite www.jutestun.de vorstellen.

Wer sich ehrenamtlich oder hauptberuflich für Flüchtlinge oder Bedürftige engagiert und für diese noch Alltagsgegenstände oder Unterstützung braucht, kann seine Anfrage einfach auf der Homepage veröffentlichen. Möglich macht das ein fünfköpfiges Team junger Engagierter aus Aachen.

2015 entstand die Idee im Mai und die Homepage im Juni. Mit diesem Angebot sei das Team damals „auf die Flüchtlingswelle aufgesprungen“, erklärt der 26-jährige Tobias Burgholz. Schnell entwickelte sich die Plattform wegen des großen Bedarfs zum Selbstläufer. Mittlerweile beteiligen sich an dem Projekt 128 registrierte Nutzer, die Gesuche einstellen. Täglich werden diese von rund 100 Besuchern der Webseite gelesen.

Nun sollen noch einige mehr dazukommen, und zwar aus dem Kreis Düren. Hier kooperiert „Jutes tun“ mit dem Caritasverband Düren-Jülich, um möglichst viele Hilfsorganisationen und ehrenamtliche Helfer zu erreichen. Als Ansprechpartnerin vor Ort fungiert Anne Geerken, Flüchtlings- und Migrationsberaterin beim Caritasverband. Sie sieht die Bereitstellung der Plattform für den Kreis Düren als große Bereicherung. „Der Caritasverband Düren-Jülich unterstützt das Projekt ,Jutes tun‘ als Kooperationspartner tatkräftig, um das ehrenamtliche Engagement zu fördern und eine rasche Integration voranzubringen“, betont sie.

Täglich mehr als 100 Seitenaufrufe

Die ersten Suchanzeigen sind auf der für Düren eingerichteten Homepage schon verfügbar. So sucht der Asylkreis Langerwehe nach einem Babybett, einer Waschmaschine und Küchenschränken für geflüchtete Familien. Neben Sachspenden kann aber auch nach sogenannten Zeitspenden gefragt werden. Zum Beispiel wird ein Pate gesucht, der anerkannte Flüchtlinge bei der Wohnungssuche unterstützt, und auch ein Fahrdienst am Wochenende wird benötigt. Samstags und Sonntags gibt es nämlich keine Busverbindung von Inden zum Langerweher Bahnhof, von wo aus zwei äthiopische Frauen zu ihrem Ausbildungsbetrieb fahren müssen.

Praktische Hilfe wie diese ist auf der Plattform genau so gefragt wie Haushaltsgegenstände, die Bedürftigen in ihrem Alltag noch fehlen. Dabei kann es auch schon mal ganz spezielle Anfragen geben: Die Befestigung für einen bestimmten Kindersitztyp fehlte einmal, aber auch Styroporplatten oder Europaletten waren schon gefragt. Bei mehr als 500 Anfragen konnte den Suchenden bis heute geholfen werden.

Dabei haben die Organisatoren von „Jutes tun“ noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Natürlich habe es manche gegeben, die komplett gegen das Engagement waren, erinnert sich der 25-jährige David Muschiol. „Andere haben die Willkommenskultur aber total gelebt und eine hohe Bereitschaft gezeigt, Jutes zu tun.“

Als sich die Flüchtlingssituation entschärfte, weitete das Team von „Jutes tun“ das Angebot bewusst aus. Seit Mitte 2016 sind nicht mehr nur Flüchtlinge die Zielgruppe, sondern alle Bedürftigen. Seitdem können sich alle sozialen Projekte und Institutionen kostenlos auf der Seite registrieren. „Warum sollte es auch nur für Flüchtlinge sein? Kleiderkammern gibt es schließlich auch für jedermann“, erläutert der 30-jährige Ingo Schartmann die Entscheidung.

Als erste räumliche Erweiterung des Projektes nehmen die Ehrenamtler nun den Kreis Düren in Angriff und hoffen hier auf eine ähnlich positive Entwicklung. Schartmann: „Das Projekt lebt von den Leuten, die es nutzen.“

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