Düren - Mit 80 Jahren unermüdlich engagiert: Hildegard Sonnabend

Mit 80 Jahren unermüdlich engagiert: Hildegard Sonnabend

Von: Ursula Weyermann
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Ehrenamtlich unterwegs und gerne im Garten: Hildegard Sonnabend. Foto: wey

Düren. Der Samstag ist für Hildegard Sonnabend ein großer Tag. Zusammen mit vielen anderen Menschen bekommt sie von der Stadt Düren eine Auszeichnung für ihr ehrenamtliches Engagement. Ein kleines bisschen nervös ist sie schon. Vor drei Monaten ist sie 80 Jahre alt geworden. Knie und Hüfte machen manchmal Probleme, aber nichts könnte sie davon abhalten, sich weiterhin um „ihre Senioren“ zu kümmern.

„Am Dienstag sind wir in Cochem gewesen“, erzählt sie. „Zusammen mit den Senioren aus Gürzenich. So haben wir den Bus vollgekriegt. Alle 50 Plätze waren belegt.“

Im Moment gibt es wieder viele Ausflüge zu organisieren. Das gehört zum Sommer dazu, ist aber ansonsten eher die Ausnahme. Der Montagnachmittag gehört zum „Alltagsgeschäft“ der Seniorin. „Dann sind wir von 13 bis 18 Uhr hier bei uns im Awo-Pavillon in der Maarstraße. Von eins bis zwei gibt es Kuchen und dann wird gequatscht. Danach wird gespielt.“

Hildegard Sonnabend wurde in Danzig geboren und lebt seit 49 Jahren in Rölsdorf. Dort teilt sie sich mit der Tochter das Haus. Und die Gartenarbeit. „Da ist immer was zu tun“, sagt sie und pflückt eine welke Blume aus einem Strauch.

Im Moment ist die Zeit ein bisschen knapp. Ein Termin bei der Krankengymnastik steht an, und sie wartet auf eine Bestätigung der Straußenfarm in Remagen, damit sie den Bus buchen kann. Natürlich wird sie auch mit „ihren“ Senioren zum Seniorennachmittag auf der Annakirmes gehen.

Manche „ihrer“ Senioren sind um einiges jünger als sie. Warum sitzt sie nicht einfach auf der anderen Seite und lässt sich „bedienen“? Das habe sie früher getan, sagt sie. „Aber dann war Not am Mann. Und ich habe das eben gemacht“, sagt Sonnabend.

Sie mache nicht gerne Aufhebens um ihre Arbeit. Wer mitmachen wolle, müsse nicht Awo-Mitglied sein, und altersmäßig gebe es eigentlich auch keine Einschränkung. „Eigentlich ab 60, aber wenn ein Jüngerer dazukommen möchte, ist der auch willkommen.“ Und nach oben hin gebe es sowieso keine Grenze, schmunzelt sie.

Für Sonnabend ist es selbstverständlich, ehrenamtlich zu arbeiten. „Das ist doch normal, sich auch ein bisschen um andere Menschen zu kümmern.“ Für viele dann wohl doch nicht, sonst würden sie und die vielen anderen Menschen aus Düren nicht mit einer Urkunde bedacht werden. Dazu wurden die Kandidaten vorab von anderen vorgeschlagen.

So natürlich auch Hildegard Sonnabend. „Na warte, die kann etwas erleben“, scherzt sie, als sie hört, dass ihre Freundin Ursula Kluge sie für die Auszeichnung vorgeschlagen hat. Aber gerührt ist sie dann doch. Und der Brief der Stadt Düren mit der Einladung liegt auf der Anrichte im Wohnzimmer. Und da guckt sie immer mal wieder hin, ein bisschen stolz ist sie schon.

Ab und zu trifft sie sich mit Ursula Kluge zum Kaffee. Ansonsten hat Hildegard Sonnabend einen engen Kontakt zur Tochter, den drei Enkeln und den drei Urenkeln: „Zusammenhalt ist wichtig.“ Das ist auch ihr Wunsch, für die Familie, ihre Seniorengruppe und die Gesellschaft.

 

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