„Mir ist wichtig, dass die Leute Spaß haben“

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Rolf Delhougne ist Vorsitzender des Dürener Jazzclubs. Foto: Johnen

Düren. Mit dem fulminanten Auftritt des „Infinity Quartet“ um David Murray sind am Sonntagabend in der Christuskirche die 25. Dürener Jazztage zu Ende gegangen. Was hat das Jubiläumsjahr ausgezeichnet? Gab es eigentlich für die Besucher ein „Geschenk“, mit dem der 25. Geburtstag der Veranstaltungsreihe besonders gefeiert wurde?

Antworten auf diese Fragen gibt der Jazzclub-Vorsitzende Rolf Delhougne im Gespräch mit DZ-Redakteur Stephan Johnen.

Die 25. Jazztage sind über die Bühne gegangen, viele bekannte und in Düren gern gesehene Wegbegleiter waren dabei. Der Programmablauf hat sich an den Vorjahren orientiert. Wo war das besondere Highlight anlässlich des Jubiläums?

Delhougne: Was verstehen Sie unter einem ‚besonderen Highlight‘? Alle Akteure haben sich mächtig ins Zeug gelegt, Kim Sanders hat ein super Konzert geboten, Willy Ketzer ist erste Sahne, das Abschlusskonzert war noch einmal ein Ausrufezeichen, und auch beim Dürener Service Betrieb wurde gleich am ersten Tag gepowert. Das Programm der 25. Dürener Jazztage konnte sich rundum sehen lassen.

Ist es denn nicht üblich, dass Veranstalter in einem Jubiläumsjahr noch einmal eine Schippe drauflegen?

Delhougne: Wir haben mit viel Erfolg einer Sonderbriefmarke zum Jubiläum vorgestellt – und beinahe alle Marken verkauft. Die Aktion ist bei den Dürener sehr gut angekommen.

Apropos Aktion: Sie hatten im vergangenen Jahr angekündigt, zum Jubiläum die größte Gitarrenband der Welt aufzustellen und den Dürener Jazztagen damit einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde zu sichern. Was wurde aus der Idee?

Delhougne: Dieses Projekt ist leider gescheitert, weil wir keinen Sponsor gefunden haben. Die Aktion hätte rund 10 000 Euro gekostet. Die gesamten Jazztage haben ein Budget von etwa 100 000 Euro. Mehr ist einfach nicht drin, auch nicht im Jubiläumsjahr.

Ist es schwieriger geworden, Sponsoren zu finden?

Delhougne: Wir sind allen dankbar, die uns seit Jahren unterstützen. Aber Fakt ist auch, dass Sponsoren rar werden. Immer mehr Vereine und Veranstaltungen sind schließlich auf Sponsoring angewiesen. Gleichzeitig werden die Künstler teurer. Es ist uns einfach nicht möglich, einen Weltklasse-Künstler für ein Geburtstagsständchen einfliegen zu lassen. Das ist aber auch gar nicht notwendig. So definiere ich die Dürener Jazztage nicht.

Was ist denn Ihre Vorstellung einer gelungenen Veranstaltung?

Delhougne: Zum einen bieten wir eine breite musikalische Vielfalt – und grenzen uns dennoch zu anderen Veranstaltungen wie beispielsweise dem Stadtfest musikalisch ab. Dem Jazzclub ist daran gelegen, möglichst viele Menschen anzusprechen und nicht ein Jazz-Kammerkonzert auf Schloss Burgau für 50 Zuhörer auszurichten. Mir persönlich ist wichtig, dass die Leute Spaß haben, dass sie in die Innenstadt kommen, sich mit Freunden treffen, eine schöne Zeit verleben. Die Jazztage sind auch Stadtmarketing für Düren, die Innenstadt hat es schließlich schwer genug.

Was wollen Sie mit Blick auf das kommende Jahr in Angriff nehmen?

Delhougne: Der Jazzclub wird versuchen, stärker auf die Dürener Industrie zuzugehen. Vielleicht können wir dort noch einige neue Sponsoren gewinnen und das Programm weiterentwickeln. Uns ist wichtig, dass wir die Jazztage halten – und dass die Konzerte für die Besucher kostenfrei bleiben.

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