Düren - Minderjährige Prostituierte von Ex-Mitschüler erkannt

Minderjährige Prostituierte von Ex-Mitschüler erkannt

Von: hp
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Zeugenaussage im Prozess gegen einen 34-Jährigen aus Köln. Er soll minderjährige Mädchen als Prostituierte eingesetzt haben, auch in einem Saunaclub in Girbelsrath. Symbolfoto: dpa

Düren. Es ist ein Strafprozess mit Hindernissen: Nachdem ein für vergangene Woche geplanter Termin wegen Erkrankung des Verteidigers abgesagt worden war, hatte es am Dienstag den Angeklagten erwischt, so dass die Hauptverhandlung vor dem Schöffengericht nach Vernehmung von zwei Zeugen erneut vertagt wurde.

Angeklagt ist ein 34-Jähriger aus dem Raum Köln, dem die Staatsanwaltschaft Förderung von sexuellen Handlungen an Minderjährigen, Zuhälterei sowie die Überlassung von Betäubungsmitteln an Minderjährige vorwirft.

Der Fall geht zurück ins Jahr 2010. Damals war ein 15-jähriges Mädchen im Streit mit seiner Mutter weggelaufen und eigenen Angaben zufolge zu einer „Freundin nach Köln“ gezogen.

Wenig später sei sie, so die heute 19-Jährige vor Gericht, mit falschen Ausweispapieren zum Anschaffen geschickt worden. Zunächst habe sie in einem Frankfurter Bordell und ein paar Wochen später in einem Sauna-Club in Girbelsrath gearbeitet, dessen Betreiber zwischenzeitlich gewechselt haben.

Bereits am ersten Verhandlungstag hatte die Frau erklärt, ihr damaliger Freund, der 34 Jahre alte Angeklagte, habe sie unter Androhung von Gewalt gegen ihre Familie dazu gezwungen. Außerdem habe er sie mit Drogen versorgt.

In Girbelsrath traf sie dann einen Bekannten aus der Schulzeit. Der 24-Jährige schilderte die Begegnung: „Ich glaube, das Treffen im Sauna-Club war für uns beide ein Schock.“ An Details des Gesprächs konnte er sich nicht erinnern, wohl auch, weil er damals „ziemlich betrunken“ gewesen sei.

Jedenfalls könnte diese Begegnung Auslöser für die anschließende Flucht der Frau gewesen sein. Ihre Mutter erklärte als Zeugin, dass die Tochter kurz vor Karneval 2011 nachts angerufen habe und etwa zwei Stunden später mit einem Taxi nach Hause gekommen sei. Ihr bis dahin als vermisst gemeldetes Kind habe zwei kleine Reisetaschen bei sich gehabt und habe einen „aufgelösten und ängstlichen“ Eindruck gemacht.

Für zwei unentschuldigt fehlende Zeugen wird das Nichterscheinen teuer. Das Gericht unter Vorsitz von Richterin Christine Pinkpank verkündete ein Ordnungsgeld in Höhe von je 150 Euro, ersatzweise drei Tage Haft. Der Prozess wird am 24. Februar fortgesetzt.

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