Mike Braun und Kai Wirtz starten bei der Motocross-EM

Von: Carsten Rose
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Zwei für Europa: Mike Braun (l.) und Kai Wirtz vom MSC Kleinhau fahren Europameisterschafts-Läufe im Motocross. Foto: Carsten Rose

Kleinhau. Kai Wirtz und Mike Braun sind mit ihrem Hobby, dem Motocross-Sport, an einer Grenze angekommen, an der es wirklich nur Hobby ist: Die Fahrer des MSC Kleinhau nehmen an Rennläufen der Europameisterschaft teil. An sieben Wochenenden im Jahr in sieben verschiedenen Ländern.

„Danach, also wenn man bei der Weltmeisterschaft mitfahren will, sollte man das Fahren schon zum Beruf machen“, sagt Mike Braun, 19, aus Simmerath, der eine Ausbildung zum Behälter- und Apparatebauer absolviert. Denn für eine WM brauche jeder mehr Geld – und noch mehr Zeit.

Eine 30-minütige Einheit auf dem Motorrad und zweimal joggen reichen momentan für seine Ziele. Am Ende der Saison will Mike zu den Top 10 zählen, die in der Klasse MX2 für 125 bis 250 ccm unterwegs sind. Das erste Rennwochenende mit drei Rennen in Belgien hat er als 15. von über 30 Fahrern beendet. Startberechtigt ist man bereits ab 16 Jahren; mit dem Alter hat Mike Braun auch testweise sein bisher erstes und letztes Rennen auf EM-Ebene bestritten.

Kai Wirtz, 28, aus Obermaubach, fährt eine Klasse höher, in der Open Klasse ab 250 ccm. Seine Ambitionen sind geringer als Mike Brauns: „Ich schaue nur auf die Einzelläufe, in denen ich unter die besten Zehn möchte. Beruflich kann ich nicht an jedem Rennen teilnehmen, das erste habe ich auch schon verpasst.“

Zudem müsse er auch erstmal wieder „reinkommen“, nach einer zweijährigen Pause, in der unter anderem in einer Motocross-Schule in der Schweiz tätig war. Handfeste Ziele stehen für ihn zunächst hinten an. Auch für die kommende Saison ist er realistisch: Für eine erneute EM-Qualifikation müsste alles zusammenpassen.

Spritkosten erstattet

Sein Beruf kommt Mike Braun nicht in die Quere: Er ist froh über einen Arbeitgeber, der ihn zwar nicht finanziell unterstützt, aber problemlos die Urlaubsanträge wegen der Rennen genehmigt. Als deutscher Vizemeister der Vorsaison erstattet der Verband ihm und dem Meister die Spritkosten für jedes Rennwochenende – sowohl für die Anreise als auch für das Motorrad. Maximal sieben Fahrer eines Landes dürfen an einem Rennwochenende starten.

Es komme aber nicht oft vor, dass sieben Deutsche beispielsweise in England dabei sind. Kai Wirtz erklärt die Krux ihres Hobbys: „Wenn nur zwei Fahrer Geld bekommen, ist doch klar, dass keine fünf weiteren auf eigene Kosten nach England fahren.“ Man könne so viel Talent haben, sagt er, wenn aber das Geld fehle, „war‘s das dann“.

Braun und Wirtz schätzen, dass Sponsorengelder etwa zehn Prozent der Ausgaben pro Saison decken würden. Auf ein Motorrad, das pro Saison verschlissen werde, entfallen schon mehrere Tausend Euro. Kai Wirtz wüsste, wie man zumindest eine Sorge weniger hätte. „Man bräuchte eine Tankstelle als Sponsor“, sagt er scherzhaft. Etwa 30 Liter könne man nur für die Rennläufe am Wochenende einrechnen.

Übrigens: Der Saisonabschluss Anfang Oktober steigt in Kleinhau. Wer dort unbedingt aufs Treppchen will, lässt sich erahnen...

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