Düren - Messerattacke auf Familie: Ex-Detektiv muss in Psychiatrie

Messerattacke auf Familie: Ex-Detektiv muss in Psychiatrie

Von: Wolfgang Schumacher
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Ein 44-jähriger ehemaliger Detektiv wird dauerhaft in die Psychiatrie eingewiesen. Dies hat das Aachener Schwurgericht am Freitag entschieden. Symbolfoto: Patrick Seeger/dpa

Düren. Rizgar M. (44) bleibt in der forensischen Psychiatrie, weil er unter dem Einfluss einer schweren Psychose weiterhin als gefährlich für die Allgemeinheit gilt. Er habe Wahnvorstellungen, sagte die Psychiaterin. So beschloss am Freitag das Aachener Schwurgericht die weitere Unterbringung von M. der das Opfer, eine Mutter zweier 14 und 15 Jahre alten Töchter, töten wollte.

Unter anderem stelle er sich vor, dass zwei Kinder, die er nachweislich nicht hat, getötet worden seien. Auch er selber fühle sich verfolgt: Man wolle ihn vergiften.

Die Frau habe, um es mit den Worten des Vorsitzenden Richters Arno Bormann zu sagen, „viel, viel Glück“ gehabt bei dem Vorfall. „Sie können an dem Tattag, dem 20. Dezember 2014, ihren zweiten Geburtstag feiern“, sagte der Richter in Richtung des mit einem tiefen Messerstich am Hals verletzten Opfer. Die Frau saß mit ihrem Mann im Gerichtssaal und folgte der Entscheidung auch deshalb, weil die Familie mit dem Täter befreundet war.

Vor der Urteilsverkündung hatte Rizgar M. sogar die Gelegenheit genutzt, sich unmittelbar bei dem Ehepaar zu entschuldigen, ihm tue es sehr, sehr leid. An jenem Dezembertag hatte sich M. an der Arnoldsweiler Straße in Düren nach Aussage eines Zeugen „von hinten angeschlichen“, die Familie kam vom Einkaufen und wollte ihr Auto beladen.

Es habe so ausgesehen, berichtete der Zeuge, als ob der 44-jährige ehemalige Detektiv die Frau überraschen wollte. Doch die beinahe tödliche Überraschung war ein langes Messer, das er zwei Mal gegen die Frau einsetzte. Zuerst verfehlte er die Schläfengegend, der zweite Stich ging in den Hals bis hinunter in den Brustkorb des Opfers.

Da griffen bereits der Zeuge und der Ehemann ein, sie konnten Rizgar M. auf dem Boden fixieren. Der aus dem Irak stammende Mann hatte das Gericht gebeten, ihn sofort in den Irak zu befördern, auch um den deutschen Behörden Geld zu sparen. Das gehe nicht, lehnte Bormann den Wunsch ab. Wenn er nicht diese Diagnose hätte, wäre M. wegen versuchten Mordes verurteilt worden.

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