Merode - Merode setzt auf Wachstum und Tourismus

Merode setzt auf Wachstum und Tourismus

Von: Jörg Abels
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Wahrzeichen von Merode ist das Wasserschloss. Foto: Abels
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Die Dorfgemeinschaft um (v.l.) Philipp Schmitz-Schunken, Angelika Metzger und Albert Trostorf hat... Foto: Abels
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... bereits den Spielplatz erneuert... Foto: Abels
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... und historische Schilder aufgestellt.

Merode. Idyllisch am Waldrand gelegen, ist das Renaissance-Wasserschloss das Wahrzeichen des Golddorfes Merode. Der 750-Seelen-Ort und der über 800 Jahre alte Mittelpunkt der einstigen „Herrschaft“ sind nicht nur historisch untrennbar miteinander verbunden, das Miteinander eröffnet auch Perspektiven.

„Natürlich profitieren wir von der engen Verbindung der Prinzenfamilie zum Ort“, betont Philipp Schmitz-Schunken, Geschäftsführer des Vereins Dorfgemeinschaft Merode. Ein Beispiel sei der mit dem Weihnachtsmarkt, der Frühlingspromenade und weiteren Aktivitäten im Schlosspark verbundene Tagestourismus, der sich schon jetzt positiv auf das Leben im Ort auswirke und den die Dorfgemeinschaft in Zukunft verstärkt nutzen möchte. „Er schafft schon jetzt zeitweise Arbeitsplätze“, betont Schmitz-Schunken. Zudem seien positive Effekte auf die örtliche Gastronomie und Landwirtschaft spürbar.

Den Ort aber auf das Schloss zu reduzieren, würde dem großen Engagement der Bewohner nicht ansatzweise gerecht. Ausgehend von der Dorfkonferenz 2011 hat die sehr aktive Dorfgemeinschaft – der Verein besteht mittlerweile aus 520 Mitgliedern – in Arbeitskreisen Konzepte und Projekte erarbeitet, die sich zu einem ganzheitlichen Entwicklungsansatz ergänzen. Dies sei für ein so kleines Dorf absolut vorbildlich, hob gerade erst die Kreis-Jury des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ hervor, als sie Merode zum Golddorf kürte und für den Landeswettbewerb im kommenden Jahr nominierte.

Ein Beispiel ist die Innenentwicklung. Merode soll wachsen. Das ist das erklärte Ziel der Dorfgemeinschaft, betont nicht nur Ortsvorsteher Albert Trostorf. Um das soziale Leben im Dorf zu stärken, streben er und seine Mitstreiter eine Marke von etwa 1000 Einwohnern an. Größer aber soll der Ort auch nicht werden, damit der dörfliche Charakter erhalten bleibt.

Abwarten bis im Langerweher Gemeinderat irgendwann einmal über neue Baugebiete nachgedacht wird, wollen die Meroder nicht. Eine Arbeitsgruppe hat daher schon einmal mögliche Flächen ins Auge gefasst, die Grundlage künftiger Diskussionen sein sollen. „Das bislang einzige Baugebiet des Ortes ‚Auf dem Kamp‘ stammt aus den 60er Jahren und ist mittlerweile so gut wie voll“, unterstreicht Philipp Schmitz-Schunken, dass etwas passieren muss.

Vieles hat die 2010 gegründete Dorfgemeinschaft in den vergangenen Jahren bereits im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten angepackt – vom Bau eines Spielplatzes über die Restaurierung der ersten der rund 20 im Ort verteilt stehenden Wegekreuze bis zu Baumpflanzaktionen, der Aufstellung eines Schaukastens und historischer Straßenschilder. Diese weisen neben dem heutigen Straßennamen auch den ursprünglichen aus, der 1972 im Zuge der kommunalen Neugliederung verschwunden ist.

„Rund ein Viertel aller Straßenschilder haben wir schon erneuert“, erklärt Angelika Metzger, Kassiererin des Vereins. Jedes Schild kostet rund 1000 Euro, so dass die Dorfgemeinschaft hier wie bei anderen Projekten natürlich auf Sponsoren angewiesen ist. Rund 60.000 Euro hat der Verein mit Hilfe der Gönner bereits investiert, die ehrenamtliche Arbeit der Vereinsmitglieder nicht mitgerechnet. Als nächstes soll das Kreuz auf dem Handorn, dem zentralen Platz des Ortes, saniert werden.

Um die Arbeiten zu finanzieren, setzt die umtriebige Dorfgemeinschaft auch auf eigene Aktivitäten, zum Beispiel einen Dorftrödelmarkt. Überhaupt hat das dörfliche Leben in den vergangenen Jahren deutlich an Fahrt aufgenommen. Mittlerweile finden eine ganze Reihe von Veranstaltungen übers Jahr verteilt in Merode statt, mal allein von den örtlichen Vereinen organisiert, mal in Kooperation mit der Dorfgemeinschaft. Diese stärken das Gemeinschaftsgefühl ebenso wie zum Beispiel der „Meroder Pass“, der Vergünstigungen bei Veranstaltungen auch im Schloss mit sich bringt, betonen Trostorf und Schmitz-Schunken.

„Beispiellose Führungsrolle“

Das Engagement der Meroder beschränkt sich nicht nur auf den Ort allein, sondern bezieht die ganze „Herrschaft“ mit ein. Die Kreis-Jury spricht von einer „beispiellosen Führungsrolle“, die mit einem Sonderpreis für „Regionales Denken und Handeln“ honoriert wurde. Im Mittelpunkt steht die „Gemeinsame Erklärung“, in der sich die Ortsvertreter auf Initiative der Meroder nicht nur der gemeinsamen Vergangenheit verpflichtet fühlen, sondern auch gemeinsam Zukunftsprojekte entwickeln und umsetzen wollen.

Nachdem bereits in jedem Ort eine „Birne von Merode“ gepflanzt wurde, soll als nächstes ein Sagenwanderweg durch die „Herrschaft“ entstehen, angelehnt an die alten Geschichten, die in den Orten überliefert sind. Albert Trostorf hofft, dass der Sagenwanderweg noch in diesem Jahr eröffnet werden kann. Auch einen Agrarlehrpfad kann sich die Dorfgemeinschaft vorstellen, um Besucher anzulocken. „Solche Projekte bringen das ganze Umfeld nach vorne“, ist Philipp Schmitz-Schunken überzeugt.

Größtes Zukunftsprojekt der Meroder ist die Einrichtung eines Dorfhauses, das nicht nur die Vereine des Ortes beherbergen könnte, sondern auch als Konzert- und Ausstellungsfläche dienen könnte. Das Projekt stößt in der Bevölkerung auf breite Zustimmung, wie eine eigens durchgeführte Befragung ergeben hat.

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