Merkener fordern schnellen Bau der K35n

Von: Jörg Abels
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Die Mitglieder der IG Merken haben den Verkehr auf der Peterstraße gezählt. Im Berufsverkehr ist er bis zu 90 Prozent angestiegen. Foto: Jörg Abels

Merken. Seit 2007 haben die Mitglieder der IG Merken immer wieder davor gewarnt: Wenn die L12 dem Tagebau Inden zum Opfer fällt, bevor die K35n (südliche Ortsumgehung Merken von der K42 bis zur B56) fertig ist, wird die Verkehrsbelastung auf der Peterstraße explodieren.

Doch während die Landstraße zwischen Lucherberg und Pier bereits seit drei Monaten gesperrt ist, steht der Bau der K35n noch in den Sternen: Zwar ist der geplante Verlauf längst abgesegnet, aber der bereits für das Frühjahr 2013 angekündigte Erörterungstermin wurde immer wieder verschoben: Die Folge: Die Peterstraße wird zum Nadelöhr.

Damit es nicht bei einem subjektiven Eindruck bleibt, haben die IG Mitglieder an zwei Tagen im Berufsverkehr die Fahrzeuge gezählt. Im Vergleich zur amtlichen Messung der Stadt Düren am 12. März 2013 zeigt sich die Mehrbelastung. Morgens zählten die Merkener mit deutlich mehr als 400 Fahrzeugen zwischen 7 und 9 Uhr zwischen 43,5 und 48 Prozent mehr Fahrzeuge als die Stadt, spätnachmittags zwischen 16 und 19 Uhr sogar zwischen 84 und 90 Prozent mehr.

„Es sind vor allem Autofahrer aus dem Raum Inden, die den Ort passieren“, ist Anwohner Winand Hambacher überzeugt. Die sollten laut Braunkohlenplan Inden eigentlich in Richtung Düren über die A4 fahren. Aber der Bau der Anschlussstelle Langerwehe, der eigentlich bis zur L12-Sperrung hätte abgeschlossen sein sollen, hat noch nicht einmal begonnen. Gerade erst läuft die Ausschreibung der Arbeiten. Die Anschlussstelle wird frühestens im Sommer 2016 fertig sein. Und bis Weisweiler fahre niemand, sind die Merkener überzeugt. Der Umweg sei viel zu groß. Die Fahrer quälen sich lieber durch die enge und an vielen Stellen zugeparkte Peterstraße. „Viele ältere Frauen, die zum Bäcker oder Metzger wollen, kommen gar nicht mehr über die Straße“, berichtet Anwohner Heinz Blees. Er weist auch auf die Lärmbelastung hin. Schon morgens um 4 Uhr würden die ersten Autos durch den Ort rasen.

„Wir haben von Anfang an befürchtet, dass es so kommen wird“, betont der IG-Vorsitzende Josef Bellartz, der gar nicht stolz darauf ist, jetzt bestätigt zu werden. Im Gegenteil: „Die für uns sehr belastende Verzögerung beim Bau der K35n führt dazu, dass wir mit unseren Dorfentwicklungsplan überhaupt nicht weiterkommen“, erklärt IG-Sprecher Horst Knapp. „Solange die Umgehungsstraße gebaut ist, können wir weder mit der Umgestaltung der Dorfmitte noch mit den Kanalarbeiten in der Peterstraße begonnen“, ärgert sich Knapp. „Die im städtischen Haushalt bereitgestellten Mittel in Höhe von 150.000 Euro können nicht genutzt werden.“

Die Merkener fordern den Kreis Düren und die Bezirksregierung Köln mit Nachdruck auf, alles daran zu setzen, dass die K35n so schnell wie möglich gebaut werden kann und weitere Verzögerungen zu vermeiden

Auf DZ-Anfrage teilte das Amt für Kreisstraßen und Kreisentwicklung mit, dass in der kommenden Woche mit der Bezirksregierung Köln letzte wasserrechtliche Fragen geklärt werden sollen. Der Erörterungstermin solle noch vor den Sommerferien stattfinden. Den Planfeststellungsbeschluss erwartet das Amt nach Aussage von Kreis-Sprecher Josef Kreutzer noch in diesem Jahr.

Das würde bedeuten, dass der Bau der K35n frühestens im Frühjahr 2015 beginnen kann. Die voraussichtliche Bauzeit beträgt angesichts des Brückenneubaus über die Rur rund zwei Jahre. Das heißt für die Merkener, dass sie – obwohl sie frühzeitig auf die Problematik hingewiesen haben – noch gut drei Jahre mit der Verkehrsbelastung auf der Peterstraße leben und mit der Umsetzung des Dorfentwicklungsplans warten müssen. Einziger Ausweg: Der Durchgangsverkehr müsste gezwungen werden, den Ort zu umfahren.

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