Düren - Menschen mit Handicap besuchen die „Hundefreunde Düren“

Menschen mit Handicap besuchen die „Hundefreunde Düren“

Von: Bruno Elberfeld
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Keine Angst vor Vierbeiner haben die Menschen mit Handicap, die jetzt die Hundefreunde Düren auf ihrer Anlage am Annakirmesplatz besuchten. Foto: Bruno Elberfeld

Düren. Die großen Hunde stehen mit Herrchen und Frauchen auf dem Platz, warten auf Menschen, die recht zögerlich und tastend den Hundeplatz betreten. Die Zweibeiner analysieren zunächst die Situation, um sich dann allmählich neben einen Vierbeiner zu stellen, der ebenfalls neugierig ist, die Neuankömmlinge schnüffelnd begutachtet und mit der Rute Zeichen des Willkommens signalisiert.

Der Verein „Hundefreunde Düren“, der seit einigen Jahren das Gelände des ehemaligen Polizeihundesportvereins am Annakirmesplatz betreibt, hatte eingeladen. Die Menschen mit Handicap kommen von der Langerweher Firma AfB (Arbeit für Behinderte). Die Firma stellt Hygieneartikel und Büromaterialien her, arbeitet für und mit Menschen mit Handicap. Alle Produkte werden von behinderten Mitarbeitern gezählt, sortiert, gewogen, verpackt und versandt.

Marion Braun, Prokuristin des Betriebs und für die Betreuung der Behinderten zuständig, begrüßt die Initiative des Dürener Vereins. „Wenn Menschen mit Handicap Tieren, in diesem Fall Hunden, begegnen, reagieren sie anders als bei der Begegnung mit Menschen. Sie fühlen sich nicht überfordert und entwickeln mit der Zeit eine starke Bereitschaft, Verantwortung für den vierbeinigen Freund zu übernehmen“, erklärt sie den Gewinn für Behinderte bei solchen Aktionen.

Der Vorsitzende der „Hundefreunde Düren“, Dieter Ungermann, möchte das Projekt, bei dem Menschen mit Handicap Hunden begegnen, nach Möglichkeit zu einer Dauereinrichtung machen. „Wir werden alle beobachten“, vermutet Ungermann, „dass selbst die Ängstlichsten unter unseren Gästen allmählich mutiger werden, die Hunde streicheln, sich neben sie hocken und sie sogar an der Leine führen.“

In der Tat dauerte es gar nicht lange, bis ein beeinträchtigter junger Mann einen Hund an der Leine führte und mit ihm Unterordnung praktizierte: „Sitz, Platz, Fuß!“ Hier und da musste der Hundeführer, bei diesen Aktionen immer in der Nähe, eingreifen. Schließlich wagten einige Gäste gar, mit „ihren“ Hunden Hindernisse zu bewältigen: Kletterwände, Kanalrohre, Wippen. Für den Beobachter bot sich ein friedliches und harmonisches Gesamtbild. Alle und alles waren in Bewegung. Im Mittelpunkt aller Aktionen die Hunde, die treuesten Begleiter des Menschen, die diese Arbeit sichtlich genossen.

„Das ist sehr aufregend“, sagte ein Mädchen mit Handicap, „aber es macht mir sehr viel Spaß mit den Hunden.“ Und wer das Mädchen anschaute, konnte sehen, dass diese Freude sich deutlich in ihrer Mimik spiegelte. Auch die Betreuer zeigten in einigen Fällen überrascht. „So viel wie hier“, wunderte sich Braun, „spricht er (Sie schaute auf einen jungen Mann.) sonst den ganzen Tag nicht. Nicht zu glauben!“

Für die Begegnung mit den Tieren hatte die Prokuristin von AfB einen Autisten, einen Rollstuhlfahrer und drei psychisch Beeinträchtige mitgebracht. Monika Braun und ihre Kollegen zeigten sich von der Aktion „Menschen mit Handicap treffen Hunde“ sehr angetan.

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