„Memento – Erinnerung und Hoffnung“: Ein Konzert soll Mut machen

Von: Sandra Kinkel
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Dr. Michael Maurer freut sich auf das Konzert am Sonntag, 20. November, in der Marienkirche. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Als Dr. Michael Maurer aus Düren vor drei Jahren am 16. November, dem Tag der nahezu vollständigen Zerstörung Dürens, in der Marienkirche Johannes Brahms „Deutsches Requiem“ hörte, hat das Konzert des Konzertforums „Cappella Villa Duria“ unter der Leitung von Johannes Esser den Rechtsanwalt damals sehr berührt.

„Kurz vorher“, erzählt Maurer, der sich auch im Lions-Club „Düren-Marcodurum“ engagiert, „hatte ich eine freundschaftliche Diskussion mit Johannes Esser darüber, ob eigentlich ‚Villa Duria‘ oder ‚Marcodurum‘ die historisch korrekte Bezeichnung für unsere Stadt ist.“ Eine Lösung haben die beiden „Ur-Dürener“ nicht gefunden, aber – und das ist vielleicht noch viel wichtiger – sie haben sich entschlossen, ein gemeinsames musikalisches Projekt auf den Weg zu bringen.

„Mir war wichtig“, sagt Michael Maurer, „dass dieses Projekt zeitlich möglichst nah an den 16. November als einen der schlimmsten Tage der Stadtgeschichte anzulehnen.“ Und so findet am Sonntag, 20. November, in der Dürener Marienkirche ein Konzert unter dem Motto „Memento – Erinnerung und Hoffnung“ statt. Sinfonieorchester und Oratorienchor der „Cappella Villa Duria“ präsentieren an diesem Abend eines der herausragendsten Werke der deutschen Musik der Romantik.

Aufgeführt wird „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Das Werk ist das letzte große Oratorium von Mendelsson-Bartholdy, das auf das Leben des Propheten Elias Bezug nimmt. Johannes Esser: „Das Stück passt auch deswegen zu der Thematik des Konzertabends, weilTelefones zwischen 1933 und 1945 in Deutschland nicht gespielt werden durfte. Felix Mendelsson-Bartholdy war nämlich jüdischen Glaubens.“

Es ist Johannes Esser und Michael Maurer wichtig, dass mit dem Konzert nicht nur zurückgeschaut wird, sondern ein aktueller Bezug hergestellt werden kann.“ Das, ist Maurer überzeugt, sei gerade in der heutigen Welt absolut kein Problem. „Das unmenschliche Bombardieren der Stadt Düren, wo die Zivilbevölkerung als Schutzschild missbraucht worden ist, ist eine menschliche Tragödie, die sich in Aleppo und an vielen anderen Orten der Welt leider viel zu häufig wiederholt.“ Düren sei also überall und irgendwie auch mit allen Menschen, die ein ähnliches Schicksal erleiden müssten, verbunden.

Hoffnung nicht vernichtet

„Natürlich ist es wichtig“, ergänzt Maurer, „dass die Menschen am 16. November vor dem Rathaus den schrecklichen Ereignissen dieses Tages gedenken. Wir wollen aber eben noch einen Schritt weitergehen.“

Der 16. November und das weitere Schicksal der Stadt machten nämlich auch deutlich, dass die Zerstörung von Gebäuden nicht die Hoffnung der Menschen vernichten könne. Maurer: „Düren wurde nach dem Krieg wieder aufgebaut und ist heute eine schöne und lebenswerte Stadt mit einem blühenden Gemeinwesen.“

Die Verantwortlichen der „Cappella Villa Duria“ und des Lions-Clubs „Düren-Marcodurum“ hoffen, dass möglichst viele Menschen am 20. November in die Marienkirche kommen. „Wir wissen“, betont Maurer, „dass dieses Konzert ein Experiment ist. Trotzdem wünschen wir uns natürlich, dass viele, vor allem auch jüngere Leute daran teilnehmen.“

Möglich wird der Abend nur, weil viele Sponsoren bereit waren, das Konzert zu unterstützen. Und „Memento – Erinnerung und Hoffnung“ soll keine einmalige Angelegenheit bleiben. „Wenn das Konzert von den Menschen in Düren gut angenommen wird“, verspricht Michael Maurer, „dann soll es zu einer festen Einrichtung werden. Und zwar immer am Sonntag nach dem 16. November.“

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