„Mehrgenerationenwohnen“: Senioren zeigen kein Interesse

Von: Anne Wildermann
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Sind zuversichtlich:Jürgen Zeyen, Bürgermeister Georg Gelhausen, Thomas Lüssem und Sarah Bücker. Foto: Wildermann

Merzenich. Die Arbeiten für den Merz-Park in Merzenich gehen voran. Das eine oder das andere Haus nimmt langsam Gestalt an. Ein großer Kran und ein Bauwagen stehen auf der Baustelle, Arbeiter mit gelben Helmen auf dem Kopf wuseln wie emsige Ameisen umher. Georg Gelhausen (CDU), Bürgermeister der Gemeinde, ist soweit zufrieden. Wäre da nicht das Projekt „Mehrgenerationenwohnen“.

„Eine tolle Sache, aber in der Praxis schwer umzusetzen“, gesteht Gelhausen bei einem Ortstermin in Begleitung von Thomas Lüssem, Leiter des Baudezernats in der Verwaltung, SPD-Fraktionsmitglied Jürgen Zeyen, und Sarah Bücker aus dem Baudezernat.

Rückblick: Der Spatenstich für den Merz-Park (C 24) war Ende Juli 2016. Ein Investor plant auf der Fläche von 3,3 Hektar, Familien mit Kindern und Senioren in elf frei stehenden Häusern beziehungsweise Wohnungen unterzubringen. Gewerbeflächen wird es ebenfalls geben. Die Familien mit Kindern sind nicht das Problem, aber die Senioren.

„Ideal wäre es, wenn die Oma aus dem Dachgeschoss mal auf das Baby der Familie aufpasst, die im Erdgeschoss wohnt“, sagt Gelhausen. Die Vorstellung ist gut, doch laut Zeyen gebe es kaum jemanden, der sich für solch ein Wohnkonzept interessiere. „Die Menschen müssen so etwas auch leben“, ergänzt er.

Nichtsdestotrotz sind Politik und Verwaltung offen für solche Mehrgenerationen-Projekte. Für das Neubaugebiet nördlich des Merz-Parks (C 24 a), auf dem 13 Grundstücke für Familien entstehen sollen, ist die Nachfrage groß. Auf die 13 Grundstücke (frei stehende Häuser sollen gebaut werden) kommen an die 60 Bewerber. Für die weitere Fläche C 25 (südlich des Merz-Parks) gibt es noch keine konkreten Pläne.

Eines ist allerdings sicher: Sollte kein Bedarf für ein Mehrgenerationenwohnen bestehen, seien laut Gelhausen Politik und Verwaltung bereit für neue Ideen, die man im Merz-Park umsetzen könne. „Das gilt auch für die Flächen am Poolplatz“, fügt Gelhausen hinzu. Dort stellt sich die SDP-Fraktion nämlich ein solches Mehrgenerationenwohnen vor, da wegen der tektonischen Störungen einige Häuser abgerissen werden müssen (wie der „Saal Boss“) und eine Baulücke entsteht.

Des Weiteren stellt sich die SPD zum Mehrgenerationenwohnen am Steinweg vor, rückwärtig etwa zehn Einfamilienhäuser zu bauen, die sich mit dem Mehrgenerationenwohnkomplex einen Spielplatz teilen.

Verwaltung und Politik wollen, dass für alle künftigen Bürger Merzenichs etwas dabei ist. „Für junge Familien, für Senioren, barrierefrei, Mitwohnungen und Eigentum. Wir wollen eine Ghettoisierung vermeiden“, betont Gelhausen. Mit dem Bau des Aldi-Supermarktes Ende dieses Jahres erhoffen sich alle, dass der Standort Merz-Park weiterhin attraktiv bleibt und sich auch andere Gewerbetreibende – etwa ein Drogerie- oder Getränkemarkt – ansiedeln. Das könnte auf einer zusätzlichen Fläche von 2000 Quadratmetern passieren.

Neben dem Mehrgenerationenwohnen verfolgt die Gemeinde Merzenich nach wie vor das Ziel, den Hauptort in Sachen Verkehr zu entlasten. Aus diesem Grund gibt es für die künftigen Bewohner im Merz-Park und den übrigen Neubaugebieten keine direkte Verbindung zum Ortskern. „Wir wollen weg vom Auto und hin zur Mobilität mit Fahrrädern und Pedelecs. Diese Philosophie wollen wir etablieren, die Radwege ausbauen und attraktiver gestalten“, sagt Gelhausen abschließend.

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