Mehr Sicherheit für Fußgänger am Kreisel

Von: Jörg Abels
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Mit einer Mahnwache gedachten die Mitarbeiter der Rurtalwerkstätten am Donnerstag gegenüber der Unfallstelle am Minikreisel Rurbenden/Industriestraße des in der vergangenen Woche tödlich verunglückten Kollegen. Foto: Jörg Abels
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Pfarrer Alfred Schmid segnete ein Holzkreuz ein, das an den verstorbenen Kollegen erinnern soll.

Huchem-Stammeln. Mehr als eine Woche liegt der tödliche Unfall ihres Kollegen, keine 100 Meter vom Eingang der Rurtalwerkstätten entfernt, zurück. Trauer und Betroffenheit sind geblieben; und viele offene Fragen bei den rund 220 gehandicapten Mitarbeitern und ihren Betreuern. Vor allem die Frage nach dem „Warum?“ lässt sie nicht ruhen.

„Warum musste Rudi sterben?“ Nach einem von Pfarrer Alfred Schmidt zelebrierten Trauergottesdienst versammelten sich die Kollegen Donnerstagvormittag zu einer Mahnwache direkt gegenüber der Unfallstelle, dem Minikreisverkehr auf der Kreuzung Rurbenden/Industriestraße. Ein 49-jähriger Lkw-Fahrer hatte dort am 2. Juli beim Rechtsabbiegen an dieser Stelle den Radfahrer übersehen und mehrfach überfahren.

Viele Fußgänger

Wahrscheinlich hätte keine bauliche Veränderung das tragische Unglück verhindern können. Und doch wird klar, während die Männer und Frauen im Gedenken an ihren verstorbenen Kollegen verweilen, dass an dieser Stelle etwas passieren muss. Ein Lkw nach dem anderen fährt über die Industriestraße ins Gewerbegebiet hinein und wieder hinaus, dazwischen unzählige Autofahrer auf dem Weg zu und von den Verbrauchermärkten. „Unsere Mitarbeiter haben oft gar keine Chance, sicher über die Straße zu kommen“, betont der Betriebsratsvorsitzende Volker Strick-rodt. 70 bis 80 sind es täglich, die Busse und Bahnen auf dem Weg von und zur Arbeit benutzen und zum Teil quer durch den Ort zu den Haltestellen gehen müssen. „Das sind Mitarbeiter, die verkehrssicher sind“, betont Strick–rodt. Wer nicht verkehrstüchtig ist, wird direkt auf dem Gelände der Rurtalwerkstätten abgeholt.

Dass die Sicherheit der Fußgänger vor allem rund um den Kreisverkehr verbessert werden muss, steht schon seit langem auf der Agenda im Rathaus. Bislang war in Abstimmung mit dem Straßenverkehrsamt geplant, Fußgängerüberwege einzurichten, wenn der Minikreisel im Zuge der anstehenden Erweiterung des Gewerbegebiets im kommenden Frühjahr ohnehin ausgebaut wird. Das wird jetzt vorgezogen, erklärte Bürgermeister Hermann Heuser vor Ort. Er brachte seine persönliche Betroffenheit und die der gesamten Gemeinde über den Tod des 60-Jährigen zum Ausdruck. Er stellte aber auch fest, dass auch Zebrastreifen den tragischen Unfall nicht verhindert hätte.

„Wir beobachten aber schon seit längerer Zeit, dass hier wenig Rücksicht auf Fußgänger genommen wird“, betonte Heuser. „Daher werden jetzt unabhängig vom Ausbau des Kreisels im Frühjahr zwei Fußgängerüberwege eingerichtet.“ Dass diese im Zuge des Umbaus eventuell wieder weichen müssen, ist für Heuser zweitrangig. „Kosten dürfen hier nicht im Vordergrund stehen, es geht um die Sicherheit der Fußgänger.“.

„Auch wir wissen, dass der Unfall auch mit der Querungshilfe nicht hätte verhindert werden können“, räumte Sabine Pinker-neil, Geschäftsführerin der Rurtalwerkstätten, ein, „aber jede Maßnahme, die zu mehr Sicherheit für unsere Mitarbeiter führt, liegt uns natürlich sehr am Herzen“. Entsprechend groß war die Freude über den sofortigen Baubeginn. Kaum war die Mahnwache beendet, begannen Bauarbeiter damit, die Bürgersteige rund um den Minikreisel abzusenken, um in den kommenden Tagen zwei barrierefreie Übergänge einrichten zu können. „Die Querungshilfen werden die Verkehrssituation für die Fußgänger verbessern“, ist Sabine Pinkerneil überzeugt.

An den tödlich verunglückten Rudi erinnert derweil ein Holzkreuz, das Pfarrer Alfred Schmid einsegnete.

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