Mehr Kontrolle: Düren übernimmt die Mehrheit an den Stadtwerken

Von: Stephan Johnen
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Seit Freitag, 26. September, gehören die Stadtwerke wieder mehrheitlich der Stadt Düren. Foto: Johnen
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Die Verträge sind unterzeichnet: Ulf Opländer, Harald Sievers, Paul Larue, Heinrich Klocke und Dr. Heinz-Willi Mölders (v.l.)stellten die Neuausrichtung der Stadtwerke vor. Foto: Johnen

Düren. Die Stadtwerke Düren gehören wieder mehrheitlich der Stadt Düren, die ihren Anteil auf 50,1 Prozent verdoppelte. Damit wurde eine Forderung der Politik erfüllt. Bei drei Gegenstimmen der AfD-Fraktion und einer Enthaltung hatte der Rat am Donnerstagabend grünes Licht für den Rückkauf von RWE gegeben, Freitagvormittag fand der Notartermin statt.

„Wir werden uns auch in Zukunft weiter vertragen“, sagte RWE-Vorstand Dr. Heinz-Willi Mölders. Rund 28 Millionen Euro Kredit nimmt die Stadt für den Rückkauf der Anteile auf. „Die Versorgung mit Wasser, Gas und Strom ist ein wesentlicher Teil der Daseinsfürsorge“, bewertete Bürgermeister Paul Larue (CDU) den Rückkauf. „Wir waren nie ein Freund der Veräußerung und freuen uns, dass die Stadtwerke wieder in kommunaler Hand sind“, sagte Ulf Opländer (SPD) als Vertreter der Gesellschafterversammlung.

Es sei politischer Wille, an der Gestaltung der Energiewende mitzuwirken und auch über Angebote für wirtschaftlich schwächere Kunden nachzudenken. „Wir stellen nicht die Partnerschaft mit RWE in Frage“, betonte Dürens Bürgermeister.

Die Details zur Finanzierung werden noch Anfang kommender Woche ausgehandelt. Fest steht, dass die Summe über zwei Kredite mit jeweils 30 Jahren Laufzeit finanziert werden soll, von denen einer von einer staatlichen Förderbank kommen soll, mit „äußerst günstigen Zinsen“. „Da die Förderbank kein profitorientiertes Unternehmen ist, gehen wir davon aus, dass wir mit diesem Partner auch nach dem Auslaufen der Zinsbindung in zehn Jahren gut fahren werden“, sagte Kämmerer Harald Sievers auf Nachfrage. In 30 Jahren sei laut Wirtschaftlichkeitsberechnung der Kauf der Anteile bezahlt.

„Die Chancen überwiegen die Risiken deutlich“, antwortete Ulf Opländer auf die Frage, ob auch die Risiken steigender Zinsen und rückläufiger Erträge berücksichtigt seien. Der Rückkauf ermögliche es der kommunalen Hand, Regie zu führen – und steigere auch die Identifikation der Bürger und Kunden mit dem Unternehmen.

Der Blick in die Bilanzen zeigt: Seit Jahren sinkt der Gewinn. „Kleine Änderungen auf der Zins- oder der Ertragsseite haben allerdings Auswirkungen auf diese Kalkulation“, sagte Harald Sievers. „Ab Windstärke 3 kann sich die Amortisation verlängern“, spielte er auf möglichen Gegenwind an.

„Wir verkaufen die Stadtwerke nicht, weil wir nicht an die Zukunft glauben“, betonte RWE-Vorstand Heinz-Willi Mölders. RWE folge dem Wunsch der Stadt. Bürgermeister Paul Larue verwies auf den breiten politischen Konsens. „Wir sind für die weitere Entwicklung gut gerüstet“, blickt Stadtwerke-Geschäftsführer Heinrich Klocke optimistisch in die Zukunft. Mögliche Betätigungsfelder seien der Ausbau erneuerbarer Energien, sowie die Entwicklung von Gewerbegebieten und Neubaugebieten.

Weniger Einmütigkeit gab es bei der Frage, wer neuer Aufsichtsratsvorsitzender wird. In geheimer Wahl bestellte der Rat SPD-Fraktionschef Henner Schmidt. CDU-Fraktionschef Stefan Weschke unterlag 24:26. Kommentar

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