Düren - Mehr Gäste in Düren: „Das Image hat sich gewandelt“

Mehr Gäste in Düren: „Das Image hat sich gewandelt“

Von: Sarah Maria Berners und Stephan Johnen
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Wildnis-Trail, Eifelsteig, Rursee & Co. locken Touristen in die Eifel.
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Gotthard Kirch ist der Geschäftsführer des Vereins „Rureifel Tourismus“.

Düren. Es ist gar nicht so lange her, dass die Eifel als Urlaubsregion einen eher altbackenen Ruf genoss. Gerade jüngere Semester hatten ein Kaffeekränzchen samt Häkeldeckchen vor Augen, wenn sie an die Eifel dachten. Mehr Adenauer-Ära als Freizeitsport. „Das Image hat sich gewandelt“, sagt Gotthard Kirch, Geschäftsführer des Vereins „Rureifel Tourismus“.

Und zwar grundlegend, spätestens die Schaffung des Nationalparks habe erste Impulse für einen Wandel gesetzt, der sich noch immer vollziehe. „Die Steigerungsrate flacht zwar ab, aber wir verzeichnen immer noch einen Aufschwung“, kommentiert er die neue Statistik des Landes, die allerdings nur Betriebe ab zehn Betten erfasst (Infokasten).

Die Übernachtungszahlen im Kreis Düren entwickeln sich den Angaben des Landesbetriebs Information und Technik NRW zufolge weiterhin positiv und liegen damit im Landestrend. Die Zahl der Übernachtungen stieg von 530.188 im Jahr 2014 um vier Prozent auf 551.168 im Jahr 2015. Von 2013 auf 2014 war der Anstieg mit 32,9 Prozent deutlich höher, wobei seinerzeit der Einmaleffekt, der mit der Eröffnung des Heimbacher Ferienresorts „Eifeler Tor“ einherging, stark ins Gewicht fiel. Auch die Übernachtungszahlen von Gästen aus dem Ausland stiegen 2015 um 6522 auf 207.383.

Schwerpunkt „touristischer“ Übernachtungen waren und bleiben die Kommunen der Rureifel, während Düren und Jülich vor allem Geschäftsreisende anziehen. Die Hotels in den Städten profitieren von Wirtschaftsunternehmen und Forschungseinrichtungen, ist Kirch überzeugt. Veränderungen auf der Übernachtungslandkarte hat aber auch das Jugendgästehaus in Jülich gebracht. Beim Blick auf die Prozentzahlen der Statistik könnte man vermuten, dass auch in Aldenhoven ein Feriendorf eröffnet hat, denn dort stieg die Zahl der ausländischen Gäste um sage und schreibe 143 Prozent. Der Blick auf die nackten, absoluten Zahlen relativiert das Ganze. Statt 7 Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland wurden nun 17 gezählt.

Zu dem wirklichen Plus bei den Übernachtungszahlen tragen Heimbach (248.427 Übernachtungen) und Jülich (60.702) mit Resort und Jugendgästehaus bei. Im Vergleich zum Vorjahr kamen 9164 Übernachtungen in Heimbach hinzu, in Jülich 9917. Zuwächse gibt es auch bei den Übernachtungen ausländischer Gäste (Heimbach plus 6927, Jülich plus 2746). In Heimbach wurden 22 Betriebe gezählt, vier weniger als 2014.

Auch die Stadt Düren verzeichnete in den 13 Betrieben von 2014 auf 2015 einen Anstieg der Übernachtungszahlen. Sie stiegen um 4852 auf 77.852. Nach einem Rückgang der Übernachtungszahlen in der Gemeinde Hürtgenwald verzeichnet auch diese nun wieder ein leichtes Plus und liegt bei 47.471 Übernachtungen. Allerdings wurden weniger Übernachtungen ausländischer Gäste gezählt (10 068, ein Minus von 13,2 Prozent). Gestiegen ist die Zahl der Übernachtungen auch in den drei Niederzierer Betrieben mit 70 Betten (von 6325 auf 6836), allerdings wurden nach einem Anstieg in 2014 (489) wieder weniger Übernachtungen ausländischer Gäste (288) gezählt. Diese Zahl schwankt stark – auch aufgrund von Projekten im Forschungszentrum.

In der Gemeinde Kreuzau sanken die Übernachtungszahlen von 12.493 in fünf Betrieben auf 11.595 in vier Betrieben. Einen deutlichen Rückgang der Übernachtungszahlen verzeichnet die Stadt Nideggen mit 17 Betrieben. 2015 wurden 80.340 Übernachtungen gezählt, das sind 5621 weniger als im Vorjahr. Aus Inden, Langerwehe, Merzenich und Nörvenich liegen keine Zahlen vor, da die Werte entweder nicht bekannt sind oder – da es nur meist nur einen Betrieb gibt – von den Statistikern geheim zu halten sind. Für Vettweiß gibt es mangels Angeboten keine Zahlen.

„Wer sich mit Statistiken befasst, sollte nie nur ein Jahr betrachten“, kommentiert Gotthard Kirch die Schwankungen. „Manchmal reicht nur ein ausgefallener Sommerkurs in der Jugendherberge Nideggen, damit Hunderte Übernachtungen in der Statistik fehlen“, erklärt er. Auch die Frage, wie in Holland und Belgien die Ferien liegen, spiele eine Rolle. Als Touristiker sei er mit der Entwicklung der vergangenen Jahre sehr zufrieden.

„In der Rureifel entstehen viele kleine, tolle Angebote wie Ferienwohnungen und ‚Ferien auf dem Bauernhof‘, die super Auslastungszahlen haben, aber in der Statistik nicht vorkommen“, fügt er hinzu. Gerade in der Gemeinde Hürtgenwald sei dies zu beobachten. Dort sieht er noch Potenzial für ein größeres Hotel. Heimbach habe sich besonders für Besucher, die längere Zeit bleiben, als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Region herauskristallisiert.

Nicht zu unterschätzen sei auch die Bedeutung der Tagestouristen, die für zwei Drittel der Umsätze in den Kommunen sorgen. „Diese Gäste haben wir zunehmend auf dem Schirm“, sagt Gotthard Kirch. Wünschenswert sei eine bessere Anbindung vieler touristischer Punkte, etwa der Nideggener Altstadt, an den ÖPNV.

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