Düren - Mehr als Ersatz für den Lebensmittelladen

Mehr als Ersatz für den Lebensmittelladen

Von: Fred Schröder
Letzte Aktualisierung:
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Die Einkaufstasche bleibt leer: Seit der Lebensmittelladen im Grüngürtel geschlossen hat, ist die Nahversorgungssituation des Viertels ein großes Problem. Die Bewohner suchen nach einer Lösung. Foto: Schröder

Düren. Wenn es in diesen Tagen an den Haustüren im Grüngürtel klingelt, müssen das keine Staubsaugervertreter sein. Mitarbeiter der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft für Stadt und Kreis Düren sind mit Fragebogen und Bleistift unterwegs, um die mehr als 4000 Bewohner des Viertels nach ihren Wünschen für einen möglichst optimalen Nahversorgungsmarkt zu befragen.

Seit Ende Februar der Frischmarkt gegenüber der St.-Antonius-Kirche seine Türen schloss, verloren die Grüngürtler ein Stück Nahversorgung. Und einen Kommunikations- und Treffpunkt.

„Das kann nicht so bleiben”, sagt Dagmar Runge und spricht damit den Bewohnern des Grüngürtels offenbar aus der Seele. Die Geschäftsführerin der Wohnungsbaugenossenschaft ließ ein Gutachten durch die DORV-Zentrum GmbH erstellen, die im Jülicher Stadtteil Barmen einen Nahversorgungsmarkt betreibt. Der Erfinder und Leiter des DORV-Prinzips, Heinz Frey, hat das Projekt im Grüngürtel vorgestellt. Mehr als 200 Personen kamen zu dem Vortrags- und Diskussionsabend in das Thomus-Morus-Haus. Sollte dieses Projekt im Grüngürtel funktionieren, sind zunächst die Menschen im Stadtteil gefragt. Sie müssen dort dann auch einkaufen und die Dienstleistungsangebote annehmen, damit sich die Sache rechnet.

Die jetzt angelaufene Befragung soll die Voraussetzungen für die weiteren Planungen schaffen. „Fakten, auf denen wir weiter aufbauen können”, wünscht sich Dagmar Runge.

Dass die Bewohner im Grüngürtel genügend Ideen haben, weiß er ganz genau: Herbert Pley (55), der von 1977 bis 1993 den vorher schon von seinem Vater geführten Supermarkt betrieb, hat in seinem Kiosk (der soll auf jeden Fall bestehen bleiben) schon viel mit den Leuten gesprochen. Wie Dagmar Runge ist auch Herbert Pley sicher, dass sich viele der jetzt schon vorgebrachten Ideen auch als Antworten in den Fragebögen wiederfinden werden. Sicher ist bereits jetzt: Mit einem Ersatz für den Lebensmittelladen alleine ist es nicht getan.

Nicht nur in den Köpfen der Bewohner reifen die Gedanken an ein kleines Dorfzentrum. Ein kleines Café als Treffpunkt, bei gutem Wetter auch mit Außengastronomie, Annahme für Reinigung und Bestell-Shop, Lieferservice und Beratungsangebote aller Art wurden genannt. Insbesondere ältere Bewohner wünschen sich regelmäßige Sprechstunden des Bezirksbeamten der Polizei. Die könnte nach den Vorstellungen von Dagmar Runge in einem „Diskretionsraum” erfolgen, in der sich die Bewohner mit dem Polizisten oder auch mit dem Bankberater ungesehen unterhalten können.

Sehr gute Lage

Antragsformulare oder einige Angebote aus dem Bürgerbüro würden den Senioren entgegen kommen. Ein weiterer Pluspunkt für ein kleines „Dorfzentrum” ist bereits vorhanden. Kirche und Kindergarten, Thomas-Morus-Haus und Schule liegen keinen Steinwurf entfernt. Die graue Fläche vor dem Haus Nr. 31 etwas aufgepeppt und die Parkplätze verlegt - fertig wäre das Grüngürtel-Zentrum. Die Bewohner des Stadtteiles sind jetzt am Zuge.

In dem sehr detaillierten Fragebogen können sie ihre Wünsche und Vorstellungen äußern. „Wir werden sehr zeitnah die Befragung auswerten und daraus die Schlüsse für ein Konzept erstellen”, verspricht Dagmar Runge und stellt klar, dass die Nahversorgung der Grüngürtel-Bewohner absolute Priorität hat.
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