Mehr als 8000 Bücher in der alten Glashütte

Von: Sandra Kinkel
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Mehr als 8000 Bücher werden auf dem Glashüttengelände derzeit sortiert und wieder eingepackt. Foto: Sandra Kinkel
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Besonders beliebt ist historische Literatur mit Heimatbezug. Foto: Sandra Kinkel
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Hüter der Bücher: Karl-Heinz Jansen (v.l.) sowie die Brüder Heinrich und Werner Hempsch Foto: Sandra Kinkel

Düren. „Die Physik der Zukunft“ von Michio Kaku ist genauso vertreten wie die gesammelten Werke von Honoré de Balzac und das Kreisjahrbuch aus dem Jahr 1964: Rund um den alten Ringofen der ehemaligen Glashütte „Peill + Putzler“ aus den 50er Jahren liegen auf Tapeziertischen Tausende Bücher.

„Das sind locker um die 8000 Bücher“, sagt Heinrich Hempsch – und der muss es wissen. Hempsch ist Mitglied des Lions-Clubs Düren und hat die Bücher in den vergangenen zwei Jahren gesammelt.

Heinrich Hempsch: „Es hat sich mittlerweile in Düren herumgesprochen, dass unser Lions-Club die Bücher für einen guten Zweck verkauft. Ich bekomme immer wieder Anrufe, dass ich irgendwo Bücher abholen kann.“ Hempsch macht sich dann auf den Weg – und erlebt sehr dankbare Leute.

„Kaum einer möchte Bücher wegwerfen, trotzdem gibt es manchmal Situationen, in denen man sich von Büchern trennen muss. Und das fällt vielen Menschen leichter, wenn sie wissen, dass sie mit dem Buch noch etwas Gutes tun können.“ Der komplette Erlös aus dem Buchverkauf kommt Projekten für Kinder und Jugendliche in der Region zugute – eben den Projekten, die der Lions-Club regelmäßig unterstützt.

Etwa vier Wochen brauchen Heinrich Hempsch, sein Bruder Werner und Freund Karl-Heinz Jansen bis sie alle Bücher gesichtet und sortiert haben. Sechs Stunden sind die drei Herren täglich im Einsatz. Hempsch: „Wir haben uns einen großen Vorrat an Bananenkartons besorgt, weil man die sehr gut stapeln kann. Darin werden die Bücher transportiert.“ Die Männer sind froh, die Halle auf dem Glashüttengelände dafür nutzen zu können. „Wir brauchen einfach den Platz“, sagt Heinrich Hempsch.

Möglichst guter Zustand

„Die Einzelentscheidung“, ergänzt Jansen, „fällt manchmal schon sehr schwer.“ Die Bücher müssen in einem möglichst guten Zustand sein – zu alte und demolierte Exemplare werden aussortiert. Danach werden sie nach Themenbereichen sortiert. Da gibt es unter anderem die Gruppen Biologie, Garten, Krimis, Kinder, Kochen, Geschichte und Biografien – und die Kategorie „Lokales“. Hempsch: „Bücher zur lokalen Geschichte sind besonders beliebt. Einmal hat uns jemand eine komplette Kiste mit Büchern dieser Kategorie abgekauft, ohne zu wissen, was genau drin ist.“

In den vergangenen Jahren haben die Männer schon bemerkt, dass der Andrang auf gebrauchte Bücher nachgelassen hat. „Zum einen werden die digitalen Medien eben doch immer mehr“, sagt Werner Hempsch. „Und zum anderen gibt es natürlich auch immer mehr Möglichkeiten, preisgünstig an gebrauchte Bücher zu kommen.“

Gleichwohl ist der Bücherverkauf auf dem Stadtfest für den Lions-Club „Düren Marcodurum“ immer noch eine mehr als lohnende Angelegenheit. Heinrich Hempsch: „Im Schnitt kommen beim Bücherverkauf um die 2000 Euro zusammen. Das hat im Laufe der vielen Male, die wir das schon machen, schon ein sehr nettes Sümmchen ergeben.“

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