Medizin-Forum: Die Volkskrankheit Übergewicht

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Spricht beim Medizin-Forum über die Behandlung von krankhaftem Übergewicht: Dr. Hans-Peter Wüllenweber, Chefarzt der Abteilung für Chirurgie des Marien-Hospitals.
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Dr. Christian Schäfer, Oberarzt der Abteilung für Innere Medizin, informiert ebenfalls über Diagnostik und Therapiemöglichkeiten bei Adipositas.

Düren. Die Deutschen werden immer dicker. Und damit sind sie nicht allein. In praktisch allen Industrieländern gibt es immer mehr Übergewichtige. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren im Jahr 2013 rund 52 Prozent aller Erwachsenen übergewichtig.

Wie aus den Daten weiter ersichtlich ist, leiden 62 Prozent aller Männer und 43 Prozent aller Frauen an zu viel Körpergewicht. Zum Vergleich: Im Jahr 1999 lag die Zahl der Übergewichtigen noch bei insgesamt 48 Prozent.

Die Volkskrankheit Übergewicht steht im Mittelpunkt des Medizin-Forums, zu dem die DZ für Mittwoch, 4. Februar, in Kooperation mit dem Birkesdorfer St.-Marien-Hospital und der AOK in den großen Saal der Evangelischen Gemeinde zu Düren, Wilhelm-Wester-Weg, einlädt.

Moderiert von DZ-Redakteurin Sarah Maria Berners werden mit Dr. Hans-Peter Wüllenweber, Chefarzt der Abteilung für Chirurgie, und Dr. Christian Schäfer, Oberarzt der Abteilung für Innere Medizin, zwei Experten des Marien-Hospitals über Diagnostik und Therapiemöglichkeiten bei krankhaftem Übergewicht sprechen.

Wer ist übergewichtig? Die Antwort definiert die Weltgesundheitsorganistion über den sogenannten Body-Mass-Index (BMI), der sich wie folgt berechnet: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat. Ein Beispiel: Bei einem Mann, 80 Kilogramm schwer, 1,80 Meter groß, beträgt der BMI 24,7, wiegt der Mann 90 Kilo, liegt der Index bei 27,8. Der Mann würde als übergewichtig gelten.

Wenn Übergewicht zur Krankheit wird, spricht man von Adipositas. Sie kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen wie Diabetes, Bluthochdruck, zu Belastungen für Gelenke und Knochen, aber auch zu Gallensteinen und einem gestörten Fettstoffwechsel. Auch für die Schlafapnoe, also das Aussetzen der Atmung während des Schlafs, ist Übergewicht ein Risikofaktor.

Das sieht Dr. Christian Schäfer, der auch Schlafmediziner ist, regelmäßig im Schlaflabor, das sich am Marien-Hospital befindet und in dem er alle Arten von schlafbezogenen Atmungsstörungen diagnostiziert und auch behandeln kann. Ist Übergewicht die Ursache, kann Abnehmen die Schlafapnoe mildern.

Doch was ist, wenn Ernährungsumstellung und Sport nicht dazu führen, dass die Waage weniger anzeigt? Es gibt erbliche Faktoren, aber auch psychischer Stress, sei es durch zu viel oder zu wenig Arbeit oder aufgrund andauernder privater Stresssituationen, die sich auf das Gewicht auswirken können. Wenn man solchen Stress nicht einfach abstellen kann, hilft meist auch keine Diät gegen die Pfunde. Und wer als Kind pummelig war, hat es meist als Erwachsener schwer, abzunehmen.

Einen möglichen Ausweg kann die Adipositaschirurgie bringen. Dabei verkleinert der Chirurg den Magen, etwa mit einem Magenband, einem Magenbypass oder mit einem Schlauchmagen. Dadurch reduziert sich die Größe des Magens, die Patienten essen weniger, fühlen sich aber auch schneller und länger satt.

Diese Operationen kommen gewöhnlich für Menschen mit einem BMI über 40 in Betracht, oder wenn bei einem BMI über 30 bis 35 bereits Begleiterkrankungen vorliegen. Einzelheiten wird Dr. Hans-Peter Wüllenweber beim DZ-Forum Medizin am 4. Februar erläutern.

Die Mediziner des St.-Marien-Hospitals werden jeweils einen etwa 30-minütigen Vortrag halten. Aber natürlich beantworten sie auch wieder Fragen aus dem Publikum. Der Eintritt ist frei.

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