Düren - Masterplan rückt Wasser und Papier in den Fokus

Masterplan rückt Wasser und Papier in den Fokus

Von: Jörg Abels
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Brunnen
Die Faktoren Wasser (Brunnen, links) und Papier kommen aus Sicht des Stadtplaners in der Rur- und Papiermacherstadt Düren zu kurz. Foto: Abels

Düren. Langsam nimmt der Masterplan-Prozess Gestalt an. Als Grundlage der weiteren Beratung hat der Aachener Stadtplaner Dr. Harald Heinz auf der Basis unzähliger Gespräche, Foren und Analysen fünf – teilweise recht allgemein gehaltene – Leitbilder für die Dürener Innenstadt entwickelt.

 Neben der Stärkung des Lebensraums Innenstadt legt er den Fokus vor allem auf Wasser und Papier als zwei identitätsstiftende Faktoren.

Wenn Heinz von der Stärkung der Innenstadt spricht, regt er unter anderem die Modernisierung des Wohnungsbestandes aus den 50er Jahren an, möglichst barrierefrei, die Begrünung der Dächer bei Nebenanlagen und die Entsiegelung und Bepflanzung von Hinterhöfen und Blockinnenbereichen.

Er schlägt aber auch die Schaffung neuer, hochwertiger Wohnungen auf Gewerbebrachen wie dem Heyder- und Depiereuxgelände vor, zwischen Bahn und Arnoldsweilerstraße oder auf Parkplätzen wie dem Hoeschplatz oder am Pletzerturm. Zudem müsse mit einem Leerstandsmanagement versucht werden, in derzeit nicht genutzten Obergeschossen von Ladenlokalen Wohnraum zu schaffen.

Heinz regt an, dass die Außengastronomie auch zu Marktzeiten und bei Veranstaltungen uneingeschränkt nutzbar sein muss. Sie verleihe Markt- und Kaiserplatz ein attraktiveres Flair. Dass Tische während des Wochenmarktes abgebaut werden müssten, sei kontraproduktiv.

Stichwort Märkte: Das Veranstaltungsangebot müsste aus Sicht des Stadtplaners mehr noch als bisher nur beim Annamarkt auf die Geschichte der Stadt ausgerichtet werden, und eben auf die Themen Wasser und Papier. Der Wochenmarkt sollte – auch um Platz für die Außengastronomie zu schaffen – in die angrenzenden Straßen ausgedehnt werden. Auch müssten mehr kulturelle Aktivitäten und Aktionen aus den „Institutionen“ in den öffentlichen Raum geholt werden.

Bei der attraktiveren Gestaltung der öffentlichen Plätze hat Heinz vor allem den Kaiserplatz im Blick, der sich vom Charakter deutlicher vom Marktplatz abheben müsste, damit er nicht nur bei Großveranstaltungen belebt ist. Auch hier könnten Wasserelemente die Attraktivität steigern.

Wasserbecken, -spiegel und -gräben kann sich der Planer auch am Hoeschplatz, am Turm der Christuskirche, an der Schützenstraße, am Pletzerturm und an der Stürzstraße vorstellen. „Notwendig sind Wasseranlagen, in denen Kinder spielen und planschen können, die dazu einladen, an ihrem Rand zu sitzen, dem Treiben der Kinder zuzusehen oder einfach auf die glitzernde Wasserfläche zu schauen und zu träumen“, schlägt Heinz vor.

In puncto Papier denkt der Planer zum Beispiel an Aktionen auf den Wasserflächen, einen monatlichen Papiermarkt und ein jährliches Papierfest, aber auch daran, dass in Düren beim Einkauf nur noch Papier- anstelle von Plastiktüten ausgegeben werden.

Heinz sieht Handlungsbedarf zudem bei der Umgestaltung des Zentralen Omnibus Bahnhofs (ZOB), des Hoeschplatzes, des Friedrich-Ebert-Platzes nach Fertigstellung der Ostumgehung und im Bereich der Wallanlagen, in der Gestaltung der Arnoldsweilerstraße und der Josef-Schregel-Straße in Nähe des ZOB, aber auch bei den Parkanlagen, die bislang kein System bilden und mehr Restflächen als attraktive Freiräume seien. Die Folge: Sie werden weniger öffentlich als vielmehr von Randgruppen besetzt und werden so zu Problem- und Angsträumen.

Auf Basis der Leitbilder soll der Masterplan-Prozess jetzt weiterdiskutiert werden, zum Beispiel beim Innenstadtforum am 18. Februar im Hoesch-Museum das Thema Baukultur. Im April soll die Politik ein „Integriertes Handlungskonzept“ verabschieden, damit die Stadt schon 2015 ins Städtebauförderungsprogramm des Landes aufgenommen wird.

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