Masterplan als Weg zum Lebensraum Innenstadt

Von: Jörg Abels
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Als erster kleiner Schritt soll die Fußgängerzone in den kommenden Wochen „aufgeräumt“ werden. Werbetafeln und Verkaufsständer sollen aus dem Straßenbild verschwinden. Foto: Jörg Abels
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Im Masterplan-Entwurf wird wieder einmal vorgeschlagen, den Hoeschplatz zu bebauen. Die Autos sollen in einer Tiefgarage verschwinden. Foto: Jörg Abels

Düren. Der Weg zum lebenswerten Lebensraum Innenstadt ist skizziert. Plätze sollen umgestaltet, Parkanlagen attraktiviert, Gewerbebrachen wie das Heydergrundstück an der Hohenzollernstraße und das Depiereux-Gelände an den Stadtwerken mit Blick auf citynahe Wohnbebauung entwickelt, Straßenzüge umgestaltet werden.

Basis sind die bereits im Februar beschlossenen fünf Leitbilder: Lebensraum Innenstadt stärken, öffentliche Räume attraktiver gestalten, Wasser in die Stadtmitte bringen, Bedeutung des Papiers verdeutlichen und das Stadtbild weiterentwicklen.

In den kommenden sieben bis zehn Jahren sieht der Entwurf des Masterplans Innenstadt, der explizit keine fertigen Pläne beinhaltet, sondern Gestaltungsmöglichkeiten für die weitere Diskussion aufzeigt, 16 räumliche Maßnahmenschwerpunkte vor. „Ideen und Planungen, die nicht in der Schublade verschwinden werden“, versichert Baudezernent Paul Zündorf. 6,5 Millionen Euro will allein die Stadt dafür in die Hand nehmen, vorausgesetzt, dass auch das Land aus dem Topf der Städtebauförderung rund 15 Millionen Euro beisteuert und sich mit den öffentlichen Mitteln private Investoren finden, die mit geschätzten 165 Millionen Euro das Gros der Kosten übernehmen.

Erste Projekte sollen noch in diesem Jahr umgesetzt und angestoßen werden. Darunter befinden sich kleinere wie die Befreiung der Fußgängerzone von überflüssigen Werbetafeln und Verkaufsständen sowie die Einrichtung eines Innenstadtbüros, in dem unter anderem neben Ausstellungen zum Masterplan auch Immobilienbesitzer in Form eines Leerstandmanagements und mit Blick auf Wohnumfeldverbesserungen beraten werden sollen.

Aber auch größere wie die Neugestaltung des Bereiches Kaiserplatz/Marktplatz und eine Bebauung des Hoeschplatzes sollen 2014 angegangen werden. Stadtplaner Dr. Harald Heinz, der den Masterplan in den vergangenen Monaten mit seinem Team in unzähligen Gesprächsrunden und vier Innenstadtforen entwickelt hat, schlägt vor, dass für beide Bereiche noch in diesem Jahr Architektenwettbewerbe ausgeschrieben werden.

Markt- und Kaiserplatz sollen funktional voneinander getrennt werden. Dabei soll der Platz vor dem Rathaus mit einer attraktiven Wasserlandschaft eine ganz neue Aufenthaltsqualität erhalten. Auf dem Hoeschplatz sollen die Parkplätze in einer Tiefgarage verschwinden und Platz machen für den Bau hochwertiger Wohnungen.

Weitere Schwerpunkte sind der Bereich zwischen Bahn und Arnoldsweilerstraße, die ebenfalls neu gestaltet werden soll, aber auch der Bereich zwischen Stadtcenter und Lagerstraße. Masterplaner Heinz fordert eine direkte Verbindung vom Südeingang des Bahnhofs zum Einkaufszentrum, eventuell mit einer Reaktivierung der Bahnhofspassage, vor allem aber mit einer Aufwertung des Fritz-Keller-Wegs und des Langemarckparks.

Für das umstrittene Stadthallengelände sieht der Entwurf weiterhin ein Hotel, aber auch eine mit dem angrenzenden Theodor-Heuss-Park verbundene Wohnbebauung neben einem Restaurant mit Blick auf eine Wasserlandschaft vor. Auch hier soll ein kleiner städtebaulicher Wettbewerb Alternativen aufzeigen; vorausgesetzt die verzwickte juristische Situation mit dem derzeitigen Erbbaurechtsnehmer kann irgendwann geklärt werden.

Aufgewertet werden sollen zudem der Adenauerpark und der Holzbendenpark, der noch in den Masterplan integriert wurde, der Friedrich-Ebert-Platz, der Bereich zwischen Wirtel- und Schützenstraße, die Kölnstraße sowie „Am Pletzerturm“ und die nördliche Euskirchener Straße.

Parallel soll sich das Image „Stadt des Papiers“ in Düren entwickeln. „Der Neubau des Papiermuseums ist hier sicherlich das zentrale Element“, betont Dr. Heinz, der aber auch auf einen Papiermachermarkt, Ausstellungen zum Thema und der Einführung einer „Düren-Tüte“ aus Papier für den Handel setzt.

Auch Kunst soll stärker das Stadtbild prägen

Den Stadtentwicklungsausschuss hat der Entwurf des Masterplans einstimmig passiert. Eine Verabschiedung im Stadtrat am kommenden Mittwoch sollte damit nur noch Formsache sein, so dass dann in den Sommermonaten die weiteren Vorbereitungen für eine Aufnahme in das Städtebauförderprogramm 2015 getroffen werden können.

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