Düren - Martin Schulz steht am Wirteltor-Gymnasium Rede und Antwort

Martin Schulz steht am Wirteltor-Gymnasium Rede und Antwort

Von: ch
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Bei seinem Auftritt vor Schülern des Gymnasiums am Wirteltor nicht um deutliche Worte verlegen: Soziakldemokrat Martin Schulz, führender Kopf seiner Fraktion im Parlament der Europäischen Union. Foto: Hahn

Düren. Eines müssen selbst Kritiker Martin Schulz lassen: Auch wenn der aus Würselen stammende Sozialdemokrat sich damit in die Nesseln setzt - er redet nicht groß um die Sache herum, sondern geht direkt zum Klartext über. Bewiesen hat der prominente Gast das bei einer Diskussion mit Schülern des Gymnasiums am Wirteltor in Düren.

Unbequeme Themen scheut Schulz nicht. Zum Beispiel das: Von fehlender Religionsfreiheit in der Türkei könne nicht die Rede sein, beschied er einen von vielen Teilnehmern, die ihre Kurse meist im sozialwissenschaftlichen Bereich beleget haben - denn im Land von Ministerpräsident Erdogan seien Religion und Staat nun einmal streng getrennt.

Auf den Punkt gebracht

Schulz bringt gerne die Dinge aus seiner Sicht auf den Punkt und beweist - zumindest am Wirteltor - großes Geschick dabei, sich vor den vielen jungen Leuten an der Schwelle zum Erwachsenenalter darzustellen.

Einerseits - dieses Gefühl hat er in der Deutschen Schule in Istanbul gewonnen - sind die heranwachsenden Türken von ihrem Denken und ihrem Lebensstil her in Europa angekommen. Ihnen „die Tür vor der Nase zuzuschlagen” sei unfair. Andererseits bekundete Schulz „den Eindruck, dass sich die Türkei aus der EU-Perspektive verabschiedet hat und jetzt eigene Großmachtpläne verfolgt”.

Trotz des deutlichen thematischen Schwerpunkts nahm sich Schulz auch anderer Themen an. Geschickt und klug befragt von Jonas Krass und Max Peters aus der Jahrgangsstufe 13, bezog der führende Kopf seiner Fraktion unter anderem zur Rettung der Euro-Länder Irland, Griechenland und Portugal Stellung. Sanierungs- und Währungskritikern hielt Schulz entgegen: „Was den Leuten in Deutschland nicht erzählt wird, ist, dass der Euro eine extrem starke Währung ist.” Ansonsten und überhaupt müsse gelten: „Ein Zusammenbruch der Eurozone würde kein Land so schwer wie Deutschland treffen.”

Die Dinge zum Besseren zu wenden - dabei bedürfe es des Mutes, statt der vorherrschenden Sparpolitik mehr und gezielter Geld auszugeben. „Wir sparen uns zu Tode”, rief der Redner aus. Plan- und sinnvolle Investitionen seien der beste Weg, um eine wachsende Radikalisierung der Bevölkerung abzuwehren.

Arbeitsplätze schaffen

Und dabei hatte Martin Schulz auch die ganz konkrete Wirklichkeit des Gymnasiums am Wirteltor im Blick: „Investitionen in diese Schule würde im Bauhauptgewerbe Arbeitsplätze schaffen und Schülern sowie - wenn ich hier das Lehrerzimmer sehe - Lehrern nutzen.”
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