Martin Claßen und Band beeindrucken im Rittersaal von Schloss Burgau

Von: Bruno Elberfeld
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Bernd Claßen, Sylvia Claßen-Baron, Jörg Grundner, Martin Claßen und Andreas Franke (v.l.) beeindruckten im Rittersaal von Schloss Burgau. Foto: Bruno Elberfeld

Niederau. „Was einmal geschehen ist, wird niemals vergeben“, „Morgen ist wieder ein neuer Tag“, „Warum lasst ihr mich nicht gehen?“, „Halt mich fest, wenn der Wind sich dreht“, „Nur das Träumen lass ich mir nicht nehmen“ – Das sind nur einige Titel, die Martin Claßen und Band im voll besetzten Rittersaal von Schloss Burgau präsentierten.

Es war ein Konzert, das zeitkritisch und sozialkritisch einen Bogen spannte von der Ergriffenheit eines Vaters beim Anblick der kleinen Schuhe des Sohnes bis hin zu sozialen Ungerechtigkeiten und Verwerfungen in unserer Gesellschaft. Hier: „Wenn ich deine kleinen Schuhe neben meinen seh´, dann weiß ich, du bist da“, die musikalische Hommage des liebenden Vaters, der liebenden Mutter an ihren kleinen Sohn.

Da, auf der anderen Seite, die Klage über die Dramen auf unserem Globus: „Die Engel schweigen, weil sie nicht weinen können“, und das angesichts des Elends unter dem Eindruck von Krieg, Folter und Flucht. Mit „Des Teufels Freier“ klagen die Musiker an, fragen nach Wahrheit und Recht, die oft von den „Nadelstreifenträgern“ nach ihrem Geschmack ge- und verbogen würden.

Die Musiker fragen in ihren Liedern weiter nach gültigen Normen: Wer bestimmt, wann etwas oder jemand schwarz ist, wann jemand überhaupt ein Mensch ist? Das seien oft, so die Botschaft des Liedes, die Mächtigen, die in der Hungersnot Enthaltsamkeit predigen und vom Hartz-IV-Empfänger verlangen, den Gürtel enger zu schnallen.

Die Lieder, bis auf zwei von Martin Claßen alle getextet und komponiert, lenken den Blick des Zuhörers manchmal auf die kleinen und schönen Dinge des Alltags, sparen aber auch nicht die zwischenmenschlichen Probleme aus. „Verloren sein in Zweisamkeit“ – ein Phänomen, das in der Hochkonjunktur der sozialen Netzwerke in die persönliche Isolation führe.

Martin Claßen & Co. sehen aber auch Licht am Ende des Tunnels. „Ein Liebesbrief“, nostalgisch aufbereitet, „duftet nach dir“, „Komm‘, Freund, reich‘ mir die Hand“, „Im Takt der Gezeiten“ – Gedanken über eine verbotene Liebe, „Geh‘ nicht fort von mir“, „Für jeden Stern eine Träne“ – Lieder von großer Tiefe und einer guten Portion Zukunftsglauben. Die Gäste wurden nicht mit Trostlosigkeit, sondern mit Zuversicht in die Winterlandschaft entlassen.

Die noch junge Band Martin Claßens spielte das dritte Mal im Rittersaal von Schloss Burgau. Perkussionist Bernd Claßen, Jörg Grundner am Kontrabass, Gastmusiker Andreas Frank an der Gitarre sowie Bandleader und Liedermacher Martin Claßen spielten sich in die Herzen der Gäste. Erklangen die Melodien vor der Pause noch verhalten lyrisch, so ging bei einigen Songs nach der Pause „die Post ab“. Hervorragend in diesem Ensemble schlug sich Background-Sängerin Sylvia Claßen-Baron mit einer variablen und kräftigen Stimme. Im Hintergrund unterstützte sie gesanglich Frontmann Martin Claßen.

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