Gladbach - Marios Schicksal bewegt die ganze Ortschaft

Marios Schicksal bewegt die ganze Ortschaft

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
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Stellvertretend für die Dorfgemeinschaft präsentieren Hans-Peter Berendes (l.) und Hans-Willi Grau (r.) mit Vater Siggi Preikschat das Plakat des Benefizkonzerts, mit dem sie Spenden für Mario aus ihrer Mitte sammeln wollen. Foto: Abels

Gladbach. Die Bürger von Gladbach sind tief bewegt. Das Schicksal des 17-jährigen Mario Preikschat lässt kaum einen Bewohner des 730-Seelen-Ortes im südöstlichsten Zipfel des Kreises Düren unbeeindruckt. Es war Anfang November, berichtet Vater Siggi, da klagte sein Sohn plötzlich über Unwohlsein.

Rücken und Nacken schmerzten, er hatte Fieber. Symptome wie sie auch bei einer Grippe auftreten können. Der Hausarzt schrieb den Jugendlichen krank. Nach wenigen Tagen klangen die Beschwerden ab.

Mario, der dank einer berufsvorbereitenden Maßnahme der Agentur für Arbeit von einer Zukunft als Maurer träumte, wollte bereits wieder arbeiten gehen, da verschlimmerte sich sein Zustand über Nacht dramatisch. „Er kam morgens überhaupt nicht mehr aus dem Bett heraus und hatte dunkle Flecken am ganzen Körper”, erzählt sein Vater mit stockender Stimme.

Was die Familie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Mario Preikschat war an Meningitis (Hirnhautentzündung) erkrankt. Die Meningokokken-Bakterien hatten eine nicht alltägliche Sepsis (Blutvergiftung) verursacht. Vater Siggi, an diesem Tag bereits früh zur Arbeit unterwegs, darf rückblickend gar nicht daran denken, was hätte passieren können, hätte ein Bruder Mario nicht direkt ins Dürener Krankenhaus gebracht. Das Leben seines Jüngsten hing am seidenen Faden.

„Wir wissen nicht, ob Ihr Sohn die kommende Nacht überlebt”, teilten die Ärzte dem schockierten Vater am Mittag mit. Bei einer Meningokokken-Blutvergiftung sind es nur wenige Stunden, die über das Schicksal des Erkrankten entscheiden. Mario überlebte die Nacht und wurde ins Aachener Klinikum verlegt, wo der Kampf gegen die Bakterien weiterging. Die aber hatten mittlerweile Füße und Beine derart angegriffen, dass die Ärzte Marios Leben nur durch eine Amputation beider Unterschenkel retten konnten.

Die erschütternde Nachricht verbreitete sich Anfang Dezember wie ein Lauffeuer durch die Ortschaft und löste eine Welle der Hilfsbereitschaft in der Dorfgemeinschaft aus. „Hier müssen wir etwas tun”, stand nicht nur für Hans-Willi Grau sofort fest. Alle Vereine des kleinen Ortes und auch die Ortsvorsteherin überlegten spontan, wie sie der Familie helfen können, schließlich sind die Folgen der Krankheit für das Alltagsleben der Familie noch gar nicht absehbar, betont Hans-Peter Berendes, der wie Hans-Willi Grau seine Kontakte in die Musikerszene nutzte.

Ohne zu zögern, erklärten sich zahlreiche Karnevalsgrößen, aber auch Vertreter der Mallorca-Szene bereit, kostenlos an einem Benefiz-Abend in der Festhalle Gladbach am 17. April teilzunehmen (siehe Info), um Geld für die Familie zu sammeln. Geld, damit Mario bei der nun anstehenden Rehabilitationsmaßnahme im gut 450 Kilometer entfernten Bad Staffelstein nicht ohne familiären Beistand sein muss. Und die Initiatoren der Hilfsaktion denken noch weiter, schließlich muss auch das Haus der Familie umgebaut werden. „Wir sind für jede Unterstützung dankbar”, erklärt Grau, „auch rein praktischer Art, sollte beispielsweise jemand sagen, er kann beim Umbau helfen.”

Ansprechpartner sind die Vereinsvertreter, aber auch die Ortsvorsteherin Irmgard Rosbroy. Und auch ein Spendenkonto wurde eingerichtet: Kontonummer 1200430740 bei der Sparkasse Düren (BLZ.: 39550110), Stichwort: „Hilfe für Mario”. „Uns ist wichtig, dass der Junge wieder Licht am Horizont sieht und weiß, dass er mit seinem Schicksal nicht alleine da steht”, erklären Hans-Willi Grau und Hans-Peter Berendes, stellvertretend für die ganze Dorfgemeinschaft.

Unterstützung, die Mario mehr als gut gebrauchen kann. Denn es gibt Tage, an denen der früher lebenslustige Teenager ob seines Schicksals zu verzweifeln droht. „Dann fragt er sich: Warum musste gerade mir das passieren?”, erzählt Vater Siggi, der mit seinem Sohn auf einen baldigen Beginn der Reha hofft und der Dorfgemeinschaft schon jetzt unendlich dankbar für die uneigennützige Hilfe ist.

Aktuelle Informationen rund um Mario und die Benefizgala finden sich in den nächsten Tagen auch im Internet unter: http://www.fuermario.de
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