Mario Barth: Klischees und bissiger Humor

Von: Hannes Schmitz
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Mario Barth, wie er leibt und lebt. Die Zuschauer hatten Spaß an seinen Auftritten in der Kreisarena. Foto: Hannes Schmitz

Düren. Die Arena Kreis Düren ist derzeit ein Mekka für Mario-Barth-Fans. Rund 7000 pilgern in diesen Tagen zu den drei Vorstellungen, um die „Preview“ des neuen Comedy-Programms „Männer sind bekloppt, aber sexy“ zu sehen.

Der Hauptstädter war mit großem Bühnenpomp in die Provinz gekommen, um seine neue Show vor dem offiziellen Start zu testen, die dann eher ein wenig provinziell daher kam. Wirklich zündend war nur das Bühnenfeuerwerk zum Ende der Vorstellung. Davor gab es manchen Leerlauf, spritzige Momente, lustige Gags und Kurzweiliges.

Flughafen-Kulisse

Mario Barths Erscheinen auf der Bühne war pompös. Vor einer futuristischen Airport Kulisse stieg er aus dem Nebel, eine Stimme aus dem Off kündigte die Fertigstellung des Berliner Flughafens für 2225 an, Raumgleiter schwirrten umher und auf den Bühnenbrettern der Berliner Komiker, der von einem Bühnenrand zum anderen rannte oder watschelte, wie ein Wasserfall redete, gestikulierte, schrie und raunte. Er blieb bei seiner zeitweise störenden Gewohnheit die Pointen „anzulachen“.

Seinem einfachen Erfolgsrezept aus den vergangenen Shows blieb Mario Barth auch jetzt treu. Lustige, absurde oder nur komische Geschichten über Männer und Frauen. Mit den aus dem alltäglichen Leben gegriffenen Männer-Frauen-Divergenzen kam der Entertainer bei seinen Fans bestens an. Er plauderte über wehleidige Männer und unleidliche Frauenlogik, zeigte sich als größter „Paartherapeut der Galaxis“, verriet, dass Männer nicht erwachsen werden wollen und magisch vom Schild „Frisch gestrichen“ angezogen würden.

Den Frauen riet er, den Schriftzug aufs T-Shirt zu platzieren an entsprechender Stelle, um müde Männer munter zu machen. Banales und Eigentümliches flocht der Comedian an und traf der Männer Nerv, als er sagte: „Frauen mögen es nicht, wenn du Spaß hast und sie wissen nichts davon.“ Die Berliner „Quasselstrippe“ lebte von ihrer Mimik und Gestik, vom Spiel mit dem Publikum.

Manches war vorhersehbar wie die Verwechslung mit Stefan Raab durch einen Taxifahrer. Bis zur Pointe dauerte es so lange wie eine Rundfahrt durch Berlin. Er parlierte über den Unterschied zwischen einem Nilpferd und einem Nashorn und sinnierte über die Herrlichkeit des Löwenmännchen-Daseins. Der Komödiant berichtete, warum Bücher wie „50 Shades of Grey“ auf dem Nachttisch der Frau nicht automatisch bedeuten, dass ihr eigener Mann plötzlich auch alles darf.

Die Szenen vom Geschlechterkampf im Hause Barth waren noch die vergnüglichsten. Hatte er vergessen, das Licht auszumachen, kam es von der Liebsten spitzfindig herüber: „Weißer Schalter auf weißer Wand: schwierig.“ Manchmal war Mario Barth Klischeeträger, oft auch ein bissiger Humorist, vor allem, wenn er in Richtung der jugendlichen Zuhörer bemerkte: „Es gab eine Zeit vor den Handys und wir haben kranke Sachen gemacht: Wir haben geredet.“

Typischer Drei-Tage-Bart

Ein wenig tummelte sich der Comedian unter der Gürtellinie, erinnerte an die Zeit, als es Pornos auf VHS-Kassetten gab, staunte über die Dildo-Partys der Frauen und stöhnte über die Vielfalt von Tampons und Quark in Supermärkten.

Mario Barth bediente sich bei seiner Show in vielen Regalen und wird sicherlich bis zum Tour Start noch an mancher Schraube drehen. Fest steht aber auch, wer Mario Barth mit der Eintrittskarte bucht, bekommt den typischen Barth mit Drei-Tage-Bart. Nach Show-Ende tobten die eingefleischten Fans, manche sahen die solide Leistung des Berliners aber auch kritischer und fanden es zeitweise sehr schleppend.

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