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Margot Stollenwerk aus Düren feiert am Sonntag ihren 100. Geburtstag

Von: ale
Letzte Aktualisierung:
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Mit 100 Jahren führt Margot Stollenwerk immer noch ein selbstständiges, aktives Leben.

Düren. Margot Stollenwerk aus der Holzstraße wird am Sonntag 100 Jahre alt. Trotz schwerer Schicksalsschläge ist sie optimistisch und lebensfroh geblieben. 1914 in Kaiserslautern geboren, zog die Familie bald nach Köln, da der Vater Oberingenieur in der Friedrichwilhelmshütte bei Troisdorf wurde.

Hier machte Margot Stollenwerk eine Lehre als Schneiderin, was zu der damaligen Zeit keine Selbstverständlichkeit war. Nach dem mühsamen Weg der Ausbildung suchte sie eine „amüsante Freizeitgestaltung“ wie sie selbst sagt. Mutig meldete sie sich auf eine Annonce „Junger Mann sucht...“ und fand den Mann ihres Lebens: Paul Stollenwerk. „Wir haben uns vom ersten Moment an gut verstanden“, erzählt sie lächelnd. Am 21. Dezember 1939 heirateten die beiden, ihre Ehe hielt 63 Jahre.

Der Krieg bleibt Margot Stollenwerk in steter Erinnerung. Mit der kleinen Tochter Doris hatte sie Unterschlupf bei Verwandten im Fichtelgebirge gefunden, als Düren bombardiert und das Haus der Schwiegereltern in der Holzstraße zerstört wurde. Ihr Mann geriet in Gefangenschaft und fand erst 1946 den Weg nach Hause. Ihr eigenes Haus im hinteren Teil des Grundstücks wurde 1949 fertig, dort wohnt Margot Stollenwerk seit 64 Jahren. Ihr Mann baute den von seinem Vater gegründeten Handwerksbetrieb wieder auf. Als 1953 Sohn Ulrich geboren wurde, schien das Glück komplett. Doch bei einem Unglücksfall auf der Insel Kreta kam der junge Mann ums Leben. „Gemeinsam haben mein Mann und ich den Verlust zu ertragen versucht“, sagt Margot Stollenwerk.

Ihr Ehemann starb vor elf Jahren. Danach beschloss sie, ihre Kenntnisse als Ehrenamtlerin einzubringen. Sie nähte Herzkissen für brustkrebskranke Frauen oder Taschen aus abgelegten Kleidern oder Hemden.

Sie engagierte sich im Mehrgenerationenhaus, 2009 zeichnete Bürgermeister Larue sie für ihr soziales Engagement mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Düren aus. Im Buch „Aus bewegten Zeiten“ wurde Stollenwerks Lebensgeschichte aufgezeichnet.

Wenn sie einkaufen muss, nimmt sie den Rollator – „dann sind alle so nett und hilfsbereit“. Und die rüstige Frau kocht jeden Tag. Sie glaubt, dass eine gesunde Ernährung und viel Schwimmtraining dazu beigetragen haben, dass sie so alt geworden ist. Am Sonntag feiert die Jubilarin mit Tochter und Enkeln, mit Nachbarn und Freunden ihren Geburtstag im Seniorenheim Holzbendenpark.

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