Margie Kinsky erzählt Geschichten mitten aus dem Leben

Von: Bruno Elberfeld
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Margie Kinsky spielte den klei
Margie Kinsky spielte den kleinen Jungen, der Papa Karl zum Eierkauf überreden will. Foto: bel

Düren. Es war gar nicht so einfach, im Komm einen Sitzplatz zu ergattern. Zum einen wollten sehr viele Menschen, meist Frauen, Margie Kinsky erleben, die sie schon hier und da auf dem Bildschirm in Talkshows oder bei der „Springmaus” gesehen hatten.

Zum anderen stand da im Halbdunkel jemand im Weg, der allen Besuchern die Hand schüttelte: Margie Kinsky wie sie leibt und lebt im Straßenlook. „Ich möchte doch wissen, mit wem ich es heute Abend zu tun habe”, erklärte die Komödiantin.

Und das „Wissenwollen”, mit wem sie es an diesem Tag im Komm zu tun haben würde, blieb während der gesamten Vorstellung hör- und sichtbar. Die erste Reihe direkt vor der Bühne füllte sich zuletzt, weil die Gäste wussten, dass sie an diesem Ort nicht ungeschoren davon kommen würden.

„Wie heißt du? Wo kommst du her?” Karl aus Birkesdorf war mit seinen drei Begleitern als erster dran. Kinsky gab keine Ruhe, bevor sie alles wusste. Ein Gast war dank eines Gutscheins zu seinem Sitzplatz gekommen. „Bin ich ein Gutschein für jemand oder gar ein Trostpreis?” Margie Kinsky, Mutter von sechs Söhnen - „und das alles mit einem Mann” - ließ nicht locker, weil sie wusste, dass das Publikum ihre witzigen und spitzbübisch überspitzten Anekdoten liebt. Kinsky behielt immer ihre Fans in Auge und Ohr, wenn es darum ging, Szenen aus dem Alltag darzustellen.

Tinchen in der Technik

Die Entertainerin verkörperte auf der Bühne drei Rollen: die Maria aus Italien, die Marita aus Nettekoven und Tinchen in der Technikecke des Komms.

Szenen aus dem Alltag: Die Darstellerin bekommt an einem Tag „mehrere dicke Hälse”. Eines Morgens steht sie recht verknittert in der Küche und kocht ihren geliebten Kaffee, als eine unzerknitterte junge Frau, die Freundin einer ihrer Söhne, die Treppe herunterschreitet, mit einem „Silbermömmes” in der Nase und einem Hirschgeweih als Tattoo am „Steiß”, darüber einen Stringtanga, der mehr wie Zahnseide aussah. „Was man damit nicht alles machen könnte!”, rief Kinsky aus.

Sie selbst, und darauf sei sie stolz, gehöre der Fraktion der Frauen an, die auf „Schießer Feinripp bis unter die Arme” stehe. Der Kommentar der Großmutter zur Freundin ihres Enkels lautete: „Die ist ja bildschön, nur schade, dass sie spricht.”

Die Gäste kamen vor Lachen kaum zum Atmen, wenn sich die Protagonistin auf Einkaufstour in den Supermarkt machte. Ein dicker Hals entwickelte sich, als eine Mutter zu ihrem Töchterchen 27 Mal „Charlotte, nein!” sagte. Da erwies sich doch die Methode einer anderen Mama als wirkungsvoller, die zur Disziplinierung ihres Sohnes nicht viele Worte machte: „Noch einmal, und du hast zum letzten Mal warm geschissen!” Der Satz, wusste Margie Kinsky zu berichten, hatte durchschlagenden Erfolg. Und den hatte sie im Komm auch.
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