Nideggen - Maler Manfred Dietrich „stellt“ im Dürener Tor aus

Maler Manfred Dietrich „stellt“ im Dürener Tor aus

Von: bel
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Die Vorsitzende Muna Götze eröffnete gemeinsam mit Maler Manfred Dietrich die Ausstellung „Impressionen“. Foto: Bruno Elberfeld

Nideggen. Wenn die Kunstfreunde in den nächsten Wochen das Dürener Tor in Nideggen aufsuchen, um Kunst, um Gemälde zu erleben, so sind sie durchaus auf dem richtigen Weg. Doch wenn sie die lange, steile Treppe nahezu bewältigt haben, werden sie stutzen.

Die Beine sind nicht länger geworden, doch in Augenhöhe sieht man schon Gemälde. Maler Manfred Dietrich hat nämlich seine vielen Bilder nicht nur gehängt, sondern auch gestellt. „Ich habe schon mal gesehen“, sagt er wie zur Erklärung, „dass in einer Ausstellung Gemälde auch lagen“. Doch soweit ist es im Dürener Tor noch nicht. Dort gibt es einmal die Hängung und dazu auf dem Boden – das ist neu – an den Wänden entlang die „Stehung“.

Bei den Besuchern der Vernissage löste diese Art der Präsentation zunächst Verwirrung aus, eine Reaktion, die von Manfred Dietrich, der mit seiner Familie seit vier Jahren in Nideggen-Rath wohnt, durchaus beabsichtigt ist. Muna Götze, die seit gut einer Woche als neue Vorsitzende des Kunst- und Museumsvereins amtiert, nannte Manfred Dietrich in ihrer Rede einen unbequemen Maler, der unbequeme Werke schaffe.

Tatsächlich ist es für den Betrachter oft unbequem, Katastrophen persönlicher und globaler Dimensionen in einem Gemälde zu entdecken. Da ist die Einengung in einer Ehe, die nicht funktioniert, da ist der Tsunami, der ganze Ansiedlungen vor sich her treibt, da hängt ein Selbstmörder im Bild, dessen verdrehte Beine das ganze Elend und die ganze Pein eines Selbstmordes ausdrücken.

In den meisten Werken aber leuchten irgendwo Sonnen, Früchte, Hoffnungsträger auf, denn auch Manfred Dietrich weiß, dass die Hoffnung zuletzt stirbt. Landschaften, tobende Wellen an felsigen Küsten, flammende Bäume, eine Geigerin, die still vor sich hin spielt, viele denkbare Motive hat der Maler, der gesteht, von morgens 3.30 Uhr bis abends gegen 20 Uhr zu malen, festgehalten.

Dabei geizt er nicht mit bunten, kräftigen Farben, hell und dunkel, je nachdem wie ihm in diesem Augenblick zumute war. Dietrich grenzt die Farben hart gegeneinander ab. Straffe Strukturen entstehen.

Manfred Dietrich hat den längsten Teil seines Lebens in der DDR gelebt. „Was hier hängt und steht, sind meine Erlebnisse, die ich mit Pinsel und Farbe verarbeite“, bekennt er. „Ich muss malen, ich kann nicht anders! Ich kann nichts anderes als malen“.

Die musikalische Begleitung der Vernissage hatte Mike Osterberg mit eigenen Kompositionen übernommen. Die Ausstellung ist bis zum 12. Mai, mittwochs von 14 bis 18 Uhr, an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr zu sehen.

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