Maikundgebung: Hoffen auf eine rege Beteiligung

Von: Stephan Johnen
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Karl Panitz (links) und Heinz Peltzer rühren die Werbetrommel für die Maikundgebung des DGB-Kreisverbandes und wünschen eine rege Beteiligung. Foto: Stephan Johnen

Düren. Mindestlohn, Betriebsratswahlen, Europawahlen: „2014 ist das Jahr wichtiger Weichenstellungen für Arbeitnehmer“, rühren Gewerkschaftssekretär Karl Panitz und DGB-Kreisvorsitzender Heinz Peltzer die Werbetrommel für die Maikundgebung in Düren.

„Nach Jahren der Deregulierung machen sich Politik und Gesellschaft endlich auf den Weg zu einer neuen Ordnung der Arbeit“, urteilt Panitz. Doch gelte es für alle Arbeitnehmer, diese Neuordnung zu begleiten und nicht die Hände in den Schoß zu legen.

Treffpunkt ist am 1. Mai um 10 Uhr an der Kuhgasse. Nach einem Demonstrationszug durch die Innenstadt mit der Samba-Band „Manos Rapidos“ lädt der DGB ab 11 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Ahrweilerplatz ein. An der Gesprächsrunde nehmen Jürgen Müller, Betriebsratsvorsitzender der Firma Neapco, Dagmar Becker, Geschäftsführerin der regionalen Armutskonferenz für den Kreis Düren, und Johannes Eschweiler, Pastoralreferent für die Pastorale in der Arbeitswelt im Bistum Aachen, teil. Während Jürgen Müller über die Betriebsratsarbeit spricht, wird Dagmar Becker die Themen Rente und Altersarmut beleuchten. Johannes Eschweiler berichtet mit Blick auf die Wirtschafts- und Finanzkrise über die sozialen Verschiebungen in vielen europäischen Staaten, steigende Armut und sinkende Lebensstandards.

„Wir wollen für die Menschen in Deutschland und Europa gute Arbeit, ein sicheres Auskommen und ein Leben in Würde“, erklärt Heinz Peltzer das Motto „Gute Arbeit. Soziales Europa.“ Die Gewerkschafter kritisieren den Abbau von sozialen Errungenschaften und Arbeitnehmerrechten in den Krisenstaaten Europas. Dies sei eine „rigorose Sparpolitik auf Kosten der Arbeitnehmer“. Die Krise sei noch nicht ausgestanden. Die „Rückschritte“ in anderen Ländern könnten auch in Deutschland auf die Tagesordnung wandern, fürchtet Panitz. Er ruft alle Wähler auf, von ihrem Recht Gebrauch zu machen, „um die Demokratie in Europa zu stärken“ und „sozialen Kahlschlag“ zu verhindern. Europa brauche eine Investitionsoffensive, um qualitativ hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen.

Mit Blick auf die Bundesrepublik müsse der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro „uneingeschränkt gelten“, fordert Heinz Peltzer: „Es darf ebenso bei Erntehelfern wie bei Zeitungsausträgern keine Ausnahmen geben.“ Der Mindestlohn werde die Lebens- und Arbeitsbedingungen „von Millionen Menschen verbessern“, ist Karl Panitz überzeugt. Doch sei mit 8,50 Euro das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht.

Auf der Liste mit Forderungen der Gewerkschafter stehen auch Investitionen in Bildung und Armut, Mitbestimmungsrechte beim Einsatz von Leiharbeitnehmern und bei der Vergabe von Werksverträgen sowie eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben. Besorgniserregend sei angesichts des derzeitigen Wirtschaftswachstums in Deutschland die „Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit“, fügt Karl Panitz hinzu. „Am 1. Mai demonstrieren wir für die Würde und die Rechte der arbeitenden Menschen“, rechnet er mit einer guten Beteiligung an der Maikundgebung.

Auf der Bühne steht am Donnerstag auch die Dürener Heimatrockband „Schwees Fööss“. Um die Bühne herum gibt es Infostände, das Kinderprogramm bestreitet „Emil der Schnelle“, das Spielmobil der Stadt Düren.

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