Maidemo trotz Dauerregen

Von: Hendrik Buch
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Zahlreiche Demonstranten zogen am 1. Mai durch die Dürener Innenstadt und forderten lautstark mehr soziale Gerechtigkeit. Hauptthemen waren Tarifbindung, Arbeitszeit und Rente. Foto: Hendrik Buch

Düren. „Jung und dynamisch und im Alter arm“ oder „Wer Rentner quält, wird nicht gewählt“ stand auf ihren Bannern. Bei der Maikundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Düren setzten sich die Teilnehmer für mehr soziale Gerechtigkeit ein.

Neben den Arbeitnehmerrechten stand auch das Engagement gegen Rechtsextremismus im Fokus der Veranstaltung. Das Motto dazu: „Wir sind viele, wir sind eins“.

In der Kuhgasse kamen die Demonstranten am Montagmorgen zusammen. Lautstark von Samba-Trommlern unterstützt, zogen die etwa 250 Teilnehmer über die Köln- und Stürtzstraße zum Kaiserplatz. Dort begrüßte der Vorsitzende des DGB-Kreisverbands, Ludger Bentlage, die Teilnehmer. Trotz anhaltenden Regens blieb der Platz gefüllt. Politisch hatte Bentlage vor allem drei Themen auf der Agenda: Tarifbindung, Arbeitszeit und die Rente.

Mit Blick auf den Flächentarifvertrag beklagte er, dass nur noch die Hälfte der Beschäftigten tariflich gebunden ist, 20 Prozent weniger als noch vor 20 Jahren. „Diese Entwicklung müssen wir umkehren“, unterstrich der Gewerkschaftler. Auch die stärker werdenden Bestrebungen mancher Arbeitgeber, die Begrenzung der Arbeitszeit aufzuheben, behält der DGB genau im Blick.

„Die psychische Belastung im Job ist heute schon enorm gestiegen“, sagte Bentlage, „die Arbeitszeiten müssen daher gedeckelt bleiben.“

Nicht zuletzt thematisierte der DGB auch das Thema Altersarmut. „Wenn es uns im Alter gutgehen soll, brauchen wir ein Rentenniveau über 50 Prozent“, lautete seine Forderung.

Neben den klassischen Arbeitnehmerrechten ist in den vergangenen Jahren auch der Einsatz gegen Rechtspopulismus verstärkt in den Fokus der Kundgebungen gerückt. „Rechte schüren Hass und Fremdenfeindlichkeit und vergiften den politischen Diskurs.“ Mit diesen Worten kritisierte Bentlage vor allem die AfD. Im Superwahljahr forderte er daher auf: Lest die Programme und geht wählen.

Vor der Bühne hatten die Demonstrierenden die Gelegenheit, ihre Sorgen direkt an die zahlreich anwesenden Politiker von Lokal- bis Bundesebene zu adressieren. Nach den Redebeiträgen wurden die Kundgebenden unter anderem von Jan Savelsberg mit einem „kabarettistischen Zwischenruf“ unterhalten.

„Insgesamt bin ich mit der Resonanz sehr zufrieden“, resümierte Bentlage während der Veranstaltung. „Trotz des Wetters sind wir ähnlich viele, wie in den vergangenen Jahren.“

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