Boich - „Mahnes Theaters”: Die Schwestern sind entnervt

„Mahnes Theaters”: Die Schwestern sind entnervt

Von: Katharina Wollseifen
Letzte Aktualisierung:

Boich. Die Laienschauspieler begeistern wieder ihr Publikum mit zwei Stücken. Der Verein, der im Februar 2006 gegründet wurde, präsentierte die Stücke „Eine Hand voll Tausender” und „Die Veteranen”. Mit hoch erhobenem Kopf und vor Stolz geschwellter Brust betritt Miss Prummetaat von 1960 in federnder Gangart die Bühne.

Ihr beiden Schwestern, Fräulein Brunhilde und Fräulein Giesela, sitzen schon am Wohnzimmertisch und verdrehen entnervt die Augen.

Gerade als Fräulein Giesela verzweifelt versucht, den literarischen Spannungsbogen beim Lesen eines Telefonbuches zu finden, stürmen plötzlich zwei maskierte und bewaffnete Räuber in das Wohnzimmer. Schon nach den ersten Minuten war das Publikum vom Auftritt des Boicher „Mahnes Theaters” begeistert. Der Verein, der im Februar 2006 gegründet wurde, präsentierte die Stücke „Eine Hand voll Tausender” und „Die Veteranen”.

Allein der Anblick der ausgefallenen Kostüme konnte keinen unbeeindruckt lassen: Kleider mit bunten Blümchenmuster, Lockenwickler im Haar, Leggings mit Tigerprint oder die glitzernde Krone mit rosa Fell von Miss Prummetaat alias Fräulein Alice (Maria Rühe) verursachten die ersten Lacher.

Die Texte wurden komplett auf Dialekt vorgetragen. Und das aus gutem Grund, wie Addy Waider, einer der Regisseure erklärte: „Hochdeutsch finden wir überall. Platt aber ist unsere Sprache und gehört zu uns.” Das wissen die Besucher zu schätzen: Zum zweiten Mal in Folge gibt das Boicher Mahnes Theater nun sieben Vorstellungen im Jahr. Und alle sind bis auf den letzten Platz besetzt.

Aber nicht nur die Sprache konnte gefallen, sondern auch die Schauspielkünste der Darsteller. Gestik und Mimik kombiniert mit Gang und Sprache waren perfekt aufeinander abgestimmt und riefen immer wieder komische Effekte hervor.

Besonders Fräulein Brunhildes (Sofia Kemmerer) vorsichtiges und ängstliches Verhalten traf auf viel Begeisterung: So suchte sie beispielsweise aus Sicherheitsgründen einen Kopfschutz und Waffen - wie Besen und Gewehr -, mit denen sie sich verteidigen konnte.

Aber auch alle anderen Schauspieler überzeugten mit ihrer Leistung, denn ein gutes halbes Jahr lang probten die Regisseure Addy Waider und Rita Koerffer dieTheaterstücke mit den Laienschauspielern, die alle aus Boich kommen, ein.

Innerhalb von drei Tagen fand sich der Verein damals im Gründungsjhr 2006 zusammen. „ Wir hatten gerade die Bürgerhalle inklusive Bühne neu gebaut”, so Addy Waider „und da hat es sich angeboten, etwas Neues im Dorf zu machen.” So entstand das Boicher „Mahnes Theater”, das sich über die Jahre hinweg über eine immer weiter steigende Besuchernachfrage freuen kann.

Und was sagen die Schauspieler selbst über den Abend, als letztlich alle komischen Verwicklungen im absoluten Chaos gipfelten? „Höck wor et ens nit langwielich” lautete die einstimmige Antwort der drei Herrschaften Alice, Giesela und Brunhilde. Mit Sicherheit haben die Zuschauer genau dasselbe gedacht.
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