Regensburg/Düren - Mahmut Temür hat die türkische Liga im Blick

Mahmut Temür hat die türkische Liga im Blick

Von: Lukas Weinberger
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Ist mit Jahn Regensburg in die
Ist mit Jahn Regensburg in die Zweite Bundesliga aufgestiegen: Mahmut Temür. Der gebürtige Dürener spielte für Düren 99, Sportfreunde und den FC Düren-Niederau. Foto: imago/Dünhölter

Regensburg/Düren. Als seine Mitspieler von Jahn Regensburg nach dem Abpfiff des Relegationsspiels gegen den Karlsruher SC auf dem Rasen den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga feierten, saß Mahmut Temür zuhause in Regensburg auf der Couch und schaute dem ausgelassenen Jubel seiner Kollegen im Fernsehen zu.

Eine hartnäckige Hüftverletzung setzt den 22-jährigen Spielmacher seit Mitte März außer Gefecht. „Es wird zwar immer besser, aber schmerzfrei bin ich noch nicht”, sagt Temür.

Im Relegationshinspiel hatte es für einen Kurzeinsatz gereicht. „Aber schon da habe ich gemerkt, dass es eigentlich nicht geht”, berichtet der junge Türke ein wenig enttäuscht. Auf den ersten Blick hat das Duell zwischen den Badenern und den Kickern aus Ostbayern um einen Startplatz in Liga 2 relativ wenig mit Düren zu tun. Wenn da nicht eben dieser Mahmut Temür wäre. Der 22-jährige Fußballer ist ein echter Dürener Junge: im Dürener Krankenhaus geboren, hier zur Schule gegangen, seine Fußballkarriere begonnen. Familie und Freunde wohnen noch immer in der Stadt an der Rur.

Das erste Mal gegen den Ball trat Temür bei der SG Düren 99, wechselte später zu Sportfreunde Düren. „Da habe ich dann fünf Jahre unter Willi Zander gespielt”, sagt er rückblickend. Man merkt schnell, dass er sich gerne an diese Zeiten erinnert. In der B-Jugend folgte der Wechsel nach Niederau. Dort spielte er ein Jahr, ehe auch schon der 1. FC Köln auf den jungen Dürener aufmerksam wurde. „Ich habe dann ab 2005 für Köln gespielt”, erzählt Temür: Das zweite Jahr der B-Jugend, zwei A-Jugend-Jahre und zwei bei den Amateuren.

Und dann flatterte plötzlich das Angebot von Jahn Regensburg in sein Leben. „Wie das genau gekommen ist, weiß ich nicht mal mehr”, sagt Temür und lacht. Er nahm an - und zog 2010 über 500 Kilometer weit weg. „Heimweh war natürlich immer da, aber ich bin Regensburg sehr dankbar, dass man mir hier die Chance gegeben hat, mich in der dritten Fußball-Liga zu etablieren”, sagt Temür.

In seiner ersten Saison kam er gleich auf 35 Einsätze. „Ich habe damals oft auf der ungewohnten Position im linken Mittelfeld gespielt”, erklärt Temür. Danach darf er dann immer öfter auf seiner Lieblingsposition ran: der Zehn. Als Spielmacher glänzte der junge Türke auch in dieser Saison - Temürs zweiter für Jahn. Er gehörte weiterhin zum Stammpersonal, schoss drei Tore, bereitete deren vier vor - und hatte so maßgeblichen Anteil daran, dass Jahn Regensburg sich den Relegationsplatz 3 schnappte.

Dann stoppte die Hüftverletzung Temür. Und dennoch sind viele Fußballvereine auf den Dürener aufmerksam geworden. Und Mahmut Temür ist ehrgeizig, will mehr, will höher hinaus. Ein größerer Verein mit noch besseren Bedingungen soll es sein. Entschieden hat er sich aber noch nicht, seine Zukunft ist offen. „Natürlich ist Regensburg nach dem Aufstieg erster Ansprechpartner. Es gibt aber auch Anfragen von anderen Zweitligisten”, sagt er und belässt es dabei. Um das meiste kümmere sich sein Berater. „Zu Köln gibt es natürlich noch gute Kontakte, Aachen wäre eine Option gewesen, wenn sie die Klasse gehalten hätten”, ergänzt der Spielmacher nur noch.

Einen Wechsel in die erste türkische Liga hält der Dürener aber auch nicht für ausgeschlossen: „In der Türkei wird weniger Wert auf das Kämpferische gelegt. Dort zählt eher das Spielerische.” Das kommt dem technisch versierten Spielmacher entgegen.

Und noch ein weiterer Grund spräche für einen Wechsel in den Süden: Mahmut Temür hat im Jahr 2008 zwei Spiele für die türkische U21-Nationalmannschaft gemacht. Seitdem hat er nicht mehr für sein Land gespielt. Mittlerweile hat die Türkei eine B-Nationalmannschaft gegründet. „Ich weiß, dass ich da immer wieder mal gehandelt werde, aber als Drittligaspieler ist man fast chancenlos”, sagt Temür. Die Zweite Bundesliga in Deutschland erhöht da seine Chancen, ein Wechsel ins türkische Oberhaus womöglich noch mehr.

Im vergangenen Jahr war ein Wechsel zu Union Berlin, Energie Cottbus oder Alemannia Aachen noch an der Ablöseforderung von Jahn Regensburg gescheitert. Nun ist Mahmut Temür ablösefrei, kann sich den Verein aussuchen. „Aber Düren ist und bleibt meine Heimat”, sagt Temür. Egal, wo er hingeht. Vielleicht kommt er ihr aber ja doch wieder ein paar Kilometer näher.
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