Niederau - Männergesangverein Niederau feiert 100-jähriges Bestehen

Männergesangverein Niederau feiert 100-jähriges Bestehen

Von: Christoph Hahn
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Bestens vorbereitet zum Festkommers am 26. April: die Aktiven des Männergesangvereins Niederau-Krauthausen bei der Probe in der Bauernstube des Schenkel-Schoeller-Stifts. Foto: Hahn

Niederau. Etwa 20 Männer sind es, die sich an diesem Freitagabend in der Bauernstube des Schenkel-Schoeller-Stifts drängen. Nach und nach nehmen sie auf den zu einem Halbrund gestellten Stühlen Platz, derweil sich Dirigent Walter Drees hinter dem Klavier platziert. Noten werden verteilt – dann füllen die Stimmen auch schon den Probenraum.

Die Sänger, durchgängig Männer mittleren und fortgeschrittenen Alters, sind mit vollem Einsatz dabei. Kein Wunder, denn sie steuern auf ein großes Ereignis zu: Ihr Chor, der Männergesangverein (MGV) Niederau, feiert am 26. April sein 100-jähriges Bestehen.

Angefangen hatte alles mit der Gründungsversammlung am 9. November im Niederauer Restaurant Werner Gottschalk. Vorsingen und sich dann noch einer Abstimmung über die Aufnahme des Kandidaten stellen: Das gehörte damals zu den Bedingungen für jeden Aktiven in spe. Schon in der ersten Epoche machte sich der MGV einen Namen und trat vorzugsweise bei kirchlichen sowie ländlich-weltlichen Festen auf. Der Anbruch des Zweiten Weltkrieges zwang die Sangesbrüder, ihr Gemeinschaftsleben einzustellen. Mit einem „Familienabend“ am 6. Oktober im Saal Laufenberg („Backe-Matthes“) stellt sich die Chormitglieder wieder in den Dienst der Öffentlichkeit.

Zur Feier des 50-jährigen Vereinsjubiläums am 22. August 1953 legte sich dann der Verein eine neue Fahne zu. Zu den Aktivitäten gehörten in jener Zeit die Bus- und Schiffsausflüge zur Mosel und an den Rhein, an denen oft bis zu 200 Menschen teilnahmen. Künstlerisch brachten die 50er- und 60er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts besonders unter ihrem Dirigenten Karl Müller einen Aufschwung, in dessen Zug sich der MGV als einer leistungsstärksten Chöre im ganzen Sängerkreis Düren etablieren konnte.

Durch ebenjene Leistungsstärke bekamen die Niederauer auch Kontakt zum damaligen Bundeschorleiter Rübben, der ihnen die Einladung zum Gemeinschaftskonzert in der Leverkusener Bayer-Kulturhalle vermittelte. Ein weiterer Eckstein jener Zeit, der sich als bis in die heutige Zeit als tragfähig erwiesen hat: der Aufbau und die Pflege der Kontakte mit österreichischen Gleichgesinnten in Altmünster-Neukirchen am Traunsee. Wer aber mit den langjährigen Aktiven wie dem Ehrenvorsitzenden Franz Braun, dem 91-jährigen Matthias Keutgen und Franz Pich ins Gespräch kommt, der entdeckt, dass ihnen noch mehr am Herzen liegt.

Sorge um die Zukunft klingt an, aber auch Dankbarkeit für das Erlebte – und für die Entwicklung „vom kleinen Landchor zum Meisterchor“, wie der Ehrenvorsitzende Braun, heute 83, der mit 16 in den Chor eintrat, erfreut verzeichnet. Dafür weiß „Männ“ Keutgen, der Älteste in der Runde, noch gut, wann er, von 1963 bis 2006 stellvertretender Chorleiter, sein letztes Konzert dirigiert hat: 2006, in einem Züricher Pfarrsaal.

Lange Zeit habe es keine Probleme gegeben, für ausscheidende Mitstreiter gute Nachfolger zu finden, wie sich der Senior weiter erinnert, denn: „Viele Sänger sind zu uns gekommen, deren Chöre sich aufgelöst haben.“ Eddi Gorges, der heutige Vorsitzende, blickt dankbar auf die Gegenwart: „Seit 1986 fühlen wir uns im Schenkel-Schoeller-Stift sehr gut aufgenommen.“ Bei Leiter Hans-Joachim Thiem, seinen Mitarbeitern und den Bewohnern bedanken sich die rund 30 Interpreten darum immer wieder auf ihre Weise: mit Konzerten im Saal des Hauses, bei denen es ein ums andere Mal kaum freie Plätze gibt.

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