Mädchentag: „Mit Jungs hätte ich mich das nie getraut“

Von: kin
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Basteln, Boxtraining, gemeinsames Singen und sich an verschiedenen Informationsständen gründlich informieren: Fast 1000 Mädchen waren beim 20. Dürener Mädchentag dabei und erlebten spannenden und abwechslungsreichen Tag ganz ohne Jungs. Foto: Sandra Kinkel
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Basteln, Boxtraining, gemeinsames Singen und sich an verschiedenen Informationsständen gründlich informieren: Fast 1000 Mädchen waren beim 20. Dürener Mädchentag dabei und erlebten spannenden und abwechslungsreichen Tag ganz ohne Jungs. Foto: Sandra Kinkel
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Basteln, Boxtraining, gemeinsames Singen und sich an verschiedenen Informationsständen gründlich informieren: Fast 1000 Mädchen waren beim 20. Dürener Mädchentag dabei und erlebten spannenden und abwechslungsreichen Tag ganz ohne Jungs.
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Basteln, Boxtraining, gemeinsames Singen und sich an verschiedenen Informationsständen gründlich informieren: Fast 1000 Mädchen waren beim 20. Dürener Mädchentag dabei und erlebten spannenden und abwechslungsreichen Tag ganz ohne Jungs.
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Basteln, Boxtraining, gemeinsames Singen und sich an verschiedenen Informationsständen gründlich informieren: Fast 1000 Mädchen waren beim 20. Dürener Mädchentag dabei und erlebten spannenden und abwechslungsreichen Tag ganz ohne Jungs.

Düren. Grundsätzlich mag Nisa Jungs. Die Zwölfjährige besucht die Gemeinschaftshauptschule Burgauer Allee in Düren und hier werden – natürlich – auch Jungs unterrichtet. Am Donnerstag hat Nisa den Tag nur mit Mädchen verbracht – und das gleich mit 950. Zum 20. Mal hat im Haus der Stadt, im Jugendzentrum „MultiKulti“ und im Haus der Evangelischen Gemeinde der Dürener Mädchentag stattgefunden.

Und weil dieser besondere Tag am Donnerstag also Jubiläum gefeiert hat, war zum ersten Mal in der Geschichte des Dürener Mädchentages auch der Bürgermeister kurz da. „Ich weiß, dass ich hier eigentlich nichts zu suchen habe“, begrüßte Paul Larue die Mädchen lachend. „Aber ich bin sehr froh, dass ich das heute einmal sehen darf. So etwas habe ich noch nie erlebt. Toll.“

Schülerinnen der Klassen fünf, sechs und sieben aller weiterführenden Schulen aus dem gesamten Kreis Düren konnten sich für den Mädchentag anmelden. Es gab über 30 Workshops, bei denen die Schülerinnen ganz neue Erfahrungen und Entdeckungen machen konnten.

Besonders groß war beispielsweise der Andrang beim Boxen, das der ehemalige Europameister und Boxtrainer Ernst Müller gemeinsam mit Mitstreitern des Boxclubs Düren 55 angeboten hat. „Bei uns im Verein sind immer so drei, vier Mädchen, die regelmäßig zum Training kommen“, erzählt Müller. „Beim Mädchentag haben sich 60 Schülerinnen zum Boxen angemeldet. Das ist schon toll.“ Eine von ihnen ist die Elfjährige Annika von der Dürener St.-Angela-Schule. „Ich fand Boxen einfach spannend. Und ich habe gedacht, dass man beim Boxen gut seine Aggressionen abbauen kann. Und das klappt auch.“

Annika mag den Mädchentag. Die Sechstklässlerin hat schon im vergangenen Jahr teilgenommen. „Ich bin es ja gewohnt, nur mit Mädchen zusammen zu sein“, erzählt sie. „Bei uns auf der Schule sind ja auch keine Jungs. Aber trotzdem ist das heute noch einmal etwas ganz anderes als Schule.“ Stimmt, anstelle ihrer normalen Schulfächer haben die Mädchen sich am Donnerstag mit Ballett, gesunder Ernährung, Jazz Dance, Hip-Hop, richtigem Schminken, Handarbeiten oder Origami auseinandergesetzt. „Es macht einfach großen Spaß“, sagt Nasi, „einmal etwas anderes als normale Schule zu machen.“

Als Chrisina van Essens Vorgängerin den Mädchentag vor 20 Jahren ins Leben gerufen hat, wollte sie den Mädchen vor allem ein großes Gemeinschaftsgefühl vermitteln. Christina van Essen: „Es war damals schon bewiesen, dass Mädchen untereinander besser lernen als gemeinsam mit Jungs.“

Darüber hinaus würde eine so große Veranstaltung wie der Mädchentag mit 950 Teilnehmerinnen das Selbstbewusstsein stärken. Van Essen: „Es ist einfach ein gutes Gefühl, mit so vielen anderen zusammen zu sein.“ Dazu passend gibt es seit Donnerstag auch einen eigenen „Mädchentag-Song“. „Starke Mädchen“, heißt es da, „kennen ihre Chancen gut. Starke Mädchen können auch mal Muskeln zeigen. Starke Mädchen, die zeigen Köpfchen und Gefühl. Starke Mädchen, wollen ihre Meinung nicht verschweigen.“

„Manchmal nerven Jungs ganz schön“, sagt Alina (13 Jahre), Schülerin aus Düren. „Die sind oft sehr laut und drängeln sich vor. Das ist heute anders. Deswegen macht mir der Tag großen Spaß.“

Ähnlich sieht das auch Stefanie. „Hier sind auch sehr viele Leute, aber es ist trotzdem anders, weil wir alles Mädchen sind. Da wird nicht geschubst und gedrängelt. Das ist angenehm. Stefanie hat Kampfsport-Training gemacht. „Mit Jungs zusammen im Verein hätte ich mich das nie getraut. Aber jetzt weiß ich, dass ich auch Kampfsport kann. Das ist ein sehr schönes Gefühl.“

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