Mädchen für alles: Jürgen Briem ist ein Gesicht der DFB-Kampagne

Von: Franz Sistemich
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Jürgen Briem in Natur und im Video des DFB: Der 43-Jährige ist „Mädchen für alles“ beim C-Ligisten Bergwacht Berzbuir und ein Gesicht einer neuen Kampagne für den Amateurfußball. Foto: Sistemich

Berzbuir. Jürgen Briem lächelt: „Ich mache gerne etwas Ungewöhnliches“, sagt er. Das wissen die Menschen, die ihn kennen. Zum Beispiel die Fußballer des FC Bergwacht Berzbuir. Dem Fußballklub des kleinen Dürener Stadtteils gehört der 43-Jährige seit 1989 an. Als Spieler, als Trainer, als Platzwart war und ist er für die Bergwacht tätig. Jetzt wird Briem das Gesicht des Vereins.

Und nicht nur dieses kleinen Kreisliga-C-Clubs. Jürgen Briem gehört zu den Protagonisten, die dem deutschen Fußball in den nächsten drei Jahren jeweils für zwölf Monate ein Gesicht geben.

„Gib dem Amateur-Fußball (D)ein Gesicht“ heißt die Kampagne des Deutschen Fußballbundes. Die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements und des Amateur-Fußballs will der DFB betonen. Mit Menschen, die sich in ihren Vereinen engagieren. Männer und Frauen aus unbekannten Clubs wie dem SC Viktoria Waldlaubenheim, dem SV 1894 Sachsenhausen oder der SG Johannesberg. Spieler, Trainer, Vorstandsmitglieder, Schiedsrichter, Platzwarte – die guten Seelen des Vereins: Wie Jürgen Briem, das „Mädchen für alles“ in Berzbuir.

Der Berzbuirer bewarb sich mit gut 2000 anderen Ehrenamtlern beim DFB. Im September teilte ihm die Castingagentur mit: „Sie kommen in die engere Auswahl.“

Und so reiste er eines Tages nach Offenbach. Dort fanden die Foto- und Videoaufnahmen statt. „Das war schon eine spannende Sache“, sagt Briem. Vier Stunden dauerte es, bis Fotografen und Kameraleute zufrieden waren.

Früh aufstehen musste Briem: „Um fünf Uhr ging es los.“ Zuerst legten die Maskenbildner Hand an. Dann Trainingsanzug, Steppweste anziehen und die Turnschuhe. Raus auf den Platz. Flutlicht an, rauf auf den Rasentraktor. In die Kamera schauen. Kein Lächeln, eher der frühen Morgenstunde und den dunklen Wolken am Himmel angepasst. Und dann die Aufnahmen für das Video. Mit Rasentraktor den Sportplatz rauf und runter. Die Eckfahne ins Loch stecken. Den Rasen prüfen. Und ein Interview geben. Jetzt lächeln.

„Vier Stunden! Das war schon ein Stück harte Arbeit im Morgengrauen“, sagt Briem – und lächelt wieder.

Briem lächelt eigentlich oft. Auch wenn es beim FC Bergwacht – sportlich betrachtet – nicht viel zum Lachen gibt: Berzbuirs Kicker kassieren eigentlich in jeder Saison eine Niederlage nach der anderen. Aber: „Wir haben immer Spaß. Der steht bei uns im Vordergrund, auch wenn wir jedes Spiel verlieren sollten“, betont Briem. „Wir haben innerhalb der Mannschaft und des Clubs einen tollen Zusammenhalt, jeder ist für den anderen da.“ Folglich gibt es, sagt Briem, auch angesichts der Kadergröße von 26 Spielern keine Probleme: Alle Kicker stehen sowieso Spieltag für Spieltag nicht zur Verfügung. Und außerdem: „Wir achten schon darauf, dass alle möglichst dieselben Einsatzzeiten haben.“

240 Minuten dauerte der Einsatz von Jürgen Briem für die DFB-Kampagne. Bei der Berzbuirer Bergwacht werden es wieder viele, viele Stunden mehr sein.

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