„Machs noch einmal, Samuel Dühsler!”

Von: han
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Die Band um den Trompeter Ryan
Die Band um den Trompeter Ryan Carniaux überzeugte und gestaltete einen Jazzabend, der mit seiner magischen, mystischen und beseelten Stimmung noch lange haften wird. Foto: Schmitz

Düren. Fühlbare, miterlebbare musikalische Interaktion in einem Rausch von Melodien bot der amerikanische Trompeter Ryan Carniaux im Foyer der Evangelischen Gemeinde zu Düren. In der Reihe Planet Jazz stellte er sein Debütalbum „Reflections of the Persevering Spirit” und entführte sein Publikum zeitweise in eine musikalische magische Welt.

Es war Musik, die Erlebtes vermitteln will. Landschaftliche Klangfarben entstanden, üppig und melodisch, ruhig und dramatisch.

Manche Stücke zielten auf eine innere Spannung, die Trompete schien sich in wahnwitzigen Läufen zu verlieren, dem Bersten nahe. Es waren Emotionen, die das Publikum teilte. Angespanntheit löste sich allmählich, und dann zog Carniaux die Zuhörer doch wieder in einen unwiderstehlichen Bann, wenn er in einen Ton-Rausch entführte, der Miles Davis verblüffend nahe kommt.

Eine eigene Sprache

Aber auch verschiedene andere Aufnahmen sprachen eine eigene Sprache, die im Gesamtbild eine Bandbreite zwischen lyrisch, geheimnisvoll und beseelt abbildeten. Europäischer Jazz traf auf amerikanische Interpretation.

Alles passte an diesem Abend mit hervorragenden Musikern. Alle Bandmitglieder zeigten auch in ihren Soli, was in ihnen steckt, nie aber ging dabei der Bandsound verloren, es blieb immer ein Ganzes, was gespielt wurde. Publikumsliebling war ohne Zweifel Drummer Samuel Dühsler.

Dem Schweizer, der das Vorurteil der Langsamkeit der Alpenländer trefflich widerlegte, war ein Garant für Staunen und Lebendigkeit, ein Schlagzeuger der Sonderklasse, dem man am liebsten immer wieder zugerufen hätte: „Machs noch einmal Sam!” Aber auch Oliver Lutz (Bass) oder Mike Roelofs am Piano zeigten ungewöhnliche Qualität. Der Niederländer überzeugte zu dem mit einigen ansprechenden Eigenkompositionen.

Nicht zuletzt war es die Vibraphonlegende Wolfgang Lackerschmid, die dem Abend eine ganz besondere Note gab.
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