LVR-Workshop in den Ferien begeistert angenommen

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Doris Westermann, Anita Derbe, die Künstlerin Ulrike Farin (stehend) und Dr. Ady Rosenberg freuen sich gemeinsam mit den jungen Künstlern über die erzielten Ergebnisse. Foto: Hax

Düren. Für viele Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen mussten, eröffnet sich mit ihrem Ankommen in Deutschland eine völlig fremde Welt. Es braucht lange Zeit, bis das neue Lebensumfeld zumindest etwas vertraut ist. Die LVR-Klinik Düren bietet seit zwei Jahren in Kooperation mit der Stadt Düren verschiedene Workshops für Kinder aus Flüchtlingsfamilien an.

Unter der Begleitung von Kunsttherapeutin Anita Derbe, der Pädagogin Doris Westermann und Honorarkräften erlernen sie die deutsche Sprache, machen sich mit Verkehrsregeln vertraut oder erfahren Wissenswertes aus dem Alltagsleben in Deutschland. In einem Werkraum des alten Haus 5 wird mit spielerischen und künstlerischen Mitteln am jeweiligen Thema gearbeitet.

Um den Kindern einen umfassenderen Eindruck vom Leben in Stadt und Kreis Düren zu ermöglichen, wurde der viertägige Ferienworkshop „Ich mache mir ein Bild von der neuen Heimat“ angeboten. Zu Beginn erfolgte eine Erkundungsfahrt mit dem Bus durch die Region, wobei unter anderem der Indemann und ein Aussichtspunkt im Bereich des Tagebaus Ziele waren.

Beeindruckt von den vielfältigen Freizeitangeboten und vor allem von der Größe der Braunkohlebagger, ließen sich Mädchen und Jungen von der Geschichte und von Plänen für die Zukunft berichten. Dabei waren sie besonders angetan von der Größe der Braunkohlebagger und von den durch den Abbau sichtbar gewordenen, verschiedenfarbigen Erdschichten, die sich über eine so lange Zeit entwickelt hatten.

Dieses Bild und kleine Proben von dem umliegenden Erdreich nahmen die Kinder dann mit nach Düren, um an den darauffolgenden Tagen das Gesehene kreativ zu verarbeiten. Die in Recklinghausen lebende Künstlerin Ulrike Farin konnte gewonnen werden. Sie verwendet bei ihren abstrakten Bildern, die wiederholt im Ruhrgebiet, aber auch im Rheinland ausgestellt wurden, vielfältige Mischtechniken unter Hinzuziehung von Steinmehlen, Farben, Papier und Stoffen, wodurch die Fantasie anregende Arbeiten entstehen. Ihr Ziel war es, das bei der Besichtigung in Inden entstandene Foto zur Grundlage für das gemeinsame Arbeiten mit den jungen Künstlern zu machen.

Der Plan ging auf. Am Ende des Schaffensprozesses, bei dem auch die Bodenproben Verwendung fanden, konnte den hinzugekommenen Eltern, Mitarbeitern der Klinik und Gästen von außerhalb eine stattliche Zahl von sehr ausdrucksstarken Arbeiten präsentiert werden.

Ulrike Farin, die bereits 2016 in Düren zu Gast war, zeigte sich rückblickend sehr beeindruckt von der großen Konzentration, mit der ihre Gruppe von Beginn an ans Werk gegangen war. Anita Derbe hob hervor, wie wichtig es ist, gerade jungen Menschen auf diese Weise eine Möglichkeit zu geben, Wahrnehmung und Sinne zu schulen, gespeicherte Bilder in neue, eigene umzusetzen.

Die Angebote für Flüchtlingskinder soll es auch in Zukunft im „werkHAUS 5“ geben, denn die gewonnenen Erfahrungen und die erzielten Erfolge sprechen für diese nicht gerade alltägliche Integrationsarbeit.

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