LVR-Klinik geht neue Wege in der Pflege Demenzkranker

Von: han
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Düren. Alter ist keine Krankheit. Wenn aber Krankheiten im Alter auftreten, kann es zu Besonderheiten kommen, die im Bereich der körperlichen und seelischen Erkrankung besondere Behandlungsmethoden erfordern.

Die Gerontologie ist ein Teilgebiet der Medizin, das sich mit Alterungsvorgängen im menschlichen Körper und mit verschiedenen Krankheitsverläufen in den einzelnen Lebensaltern befasst.

Die Dürener Klinik des Landschaftsverbandes Rheinland hat sich schon immer um die Pflege und Behandlung Demenzkranker gekümmert und geht nun in der gerontopsychiatrischen Behandlung neue Wege, die auf einer Fachtagung in der Klinik vorgestellt wurden. Das zentrale Anliegen ist dabei, wie Dr. Erhard Knauer, Ärztlicher Direktor der Klinik, erläuterte „die zeitgemäße Behandlung alterskranker Menschen”.

Zwei Häuser auf dem Klinikgelände wurden umgebaut. Architektonisch neu gestaltet mit einem Farb-, Licht- und Akustikkonzept sowie sicherheitsrelevanten Aspekten, die höchsten Anforderungen entsprechen. Die Verletzungsgefahr bei Stürzen wurde minimiert, viel Wert auf den „Wohlfühleffekt” gelegt.

Das „Herz” wird nicht dement, lautete eine These, die sich damit beschäftigte, in wie weit biologischer Abbau durch Alterungsprozesse oder die Abnahme geistiger Funktionen die Gefühle des alten Menschen beeinträchtigen. Den Zwiespalt machte der Mediziner an einem Beispiel deutlich: Einige Ärzte seien der Ansicht, Demenzkranke brauchten keine Schmerztherapie, andere verschrieben eine solche Behandlung schon aus prophylaktischen Gründen, um die Gefühlsebene nicht zu verletzen.

Richtungsweisend

Überhaupt stand die Frage der Behandlung von Menschen mit einer Demenz im Vordergrund dieser Tagung, die sich an Mitarbeiter in der Altenpflege und an Angehörige erkrankter Menschen richtete.

Die Neurungen in der LVR-Klinik könnten dabei richtungweisend für andere Einrichtungen sein. Inneres und äußeres Wohlbefinden der Menschen sei auch abhängig von Licht und Farbe in den Räumen, die für Wohnqualität sorgten.

Statt Schlafsäle von einst, kommt es nun zu Wohngruppen. Die Erkrankten Menschen wohnen in Einzelzimmern und teilen sich gemeinschaftliche Räume.

Mit einer blendfreien Beleuchtung, erklärte der Assistent der Pflegedienstleistung, Stefan Jünger, könnten Patienten besser ihre Umgebung wahrnehmen, würden Symptome wie Halluzinationen, Ängste oder sekundärer Wahn vermieden. Das Licht in den Fluren passt sich automatisch an die Tageszeit an.

Ein weiterer wichtiger Aspekt: der „Snoezelraum”, ein Kunstwort aus dem Holländischen, wobei „snuffelen” für schnüffeln, schnuppern und „doezelen” für Entspannung steht. Für dementiell erkrankte Menschen kann die Welt unharmonisch, bedrohlich und entfremdend wirken, da Erinnerungen verblassen und vertraute Beziehungen verloren gehen.

Dieser neue Raum dient der Sinneserfahrung, der Verbesserung der sensitiven Wahrnehmung und zugleich der Entspannung. Eine Atmosphäre, die frei von Stress, Druck, Misserfolg und bedrohlichen Aktivitäten ist.
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