Luftreinhalteplan vorerst ohne Umweltzone

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Auf die Einrichtung einer Umweltzone, wie von den Grünen gefordert, verzichtet die Bezirksregierung Köln im Donnerstag veröffentlichten Luftreinhalteplan Düren zunächst. Foto: Abels

Düren. Im Kampf gegen die landesweit höchsten Stickstoffdioxid-Werte in der Luft verzichtet die Bezirksregierung Köln vorerst auf die Einrichtung einer Umweltzone und Fahrverbote in Düren. Das geht aus dem gestern veröffentlichten Luftreinhalteplan hervor, der am 1. Juli in Kraft tritt.

Ein Grund ist der ab Ostern 2014 anstehende Neubau der Schoeller-straßebrücke über die Eisenbahn, der voraussichtlich bis Ende 2015 für tiefgreifende Veränderungen in den innerstädtischen Verkehrsflüssen sorgen wird. Da im Bereich der Brücke nur noch zwei statt bislang vier Fahrspuren zur Verfügung stehen, wird der Durchgangsverkehr spürbar abnehmen. Ein anderer Grund ist die geringe Wirkung, die eine kaum kontrollierbare Umweltzone nach Ansicht der Experten haben würde.

Bis die Ostumgehung (B 56n)fertig ist (frühestens 2018) und für eine spürbare Reduzierung des Durchgangsverkehrs sorgt, setzt die Bezirksregierung zunächst einmal auf sogenannte weiche Maßnahmen wie die Förderung von umweltfreundlichen Verkehrsmitteln, Park & Ride-Anlagen und Pendlernetzwerken, die die Luftbelastung in Düren senken sollen.

Und die für die Luftreinhaltung zuständige Behörde in Köln setzt auch auf die Initiative des Vereins IWU (Industrie - Wasser - Umweltschutz), mit der die aktuelle Belastung um 20 Prozent gesenkt werden soll. 31 Firmen haben sich in einer freiwilligen Selbstverpflichtungserklärung unter anderem darauf verständigt, Leerfahrten zu vermeiden, umweltfreundlichere Fahrzeuge einzusetzen und den Spediteuren individuelle Routenempfehlungen zu geben.

Ob die erst einmal weichen Maßnahmen und die Selbstverpflichtung der Industrie ausreichen, um die Stickstoffdioxidwerte unter die Grenzwerte zu drücken, wird die Bezirksregierung auf Basis weiterer Luftmessungen des zuständigen Landesamtes permanent im Auge halten. Sollte dies nicht der Fall, werde mit der Stadt, den Umweltverbänden, dem Handel und anderen Akteuren in der zuständigen Projektgruppe über weitergehende Maßnahmen oder gar Einschränkungen gesprochen.

Hauptverursacher der Stickstoffdioxid-Belastung an der Schoeller - und mehr noch an der Euskirchener Straße ist der Lkw-Verkehr (mit 34 und 48 Prozent). Auch der Autoverkehr und der regionale Hintergrund tragen jeweils zu 20 bis 30 Prozent zur Belastung bei.

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