Lüxheimer Investor hält Verwaltung Schikane vor

Von: Burkhard Giesen
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Lüxheim. Im Streit zwischen der Gemeinde Vettweiß und dem Nörvenicher Investor Markus Bollig ist weiterhin keine Einigung in Sicht. Bollig, der in Lüxheim knapp 1,5 Millionen Euro investieren will, um dort mehrere Einfamilienhäuser zu errichten, vermutet, dass die Verwaltung seine Bauanträge gezielt verschleppt.

Die Verwaltung bereitet hingegen offenbar einen Bußgeldbescheid gegen Bollig vor, weil der Nörvenicher Mitte Oktober das Lüxheimer Muttergotteshäuschen abgerissen hatte. Nach Ansicht der Verwaltung widerrechtlich. Der Streit, ob das Muttergotteshäuschen zum Zeitpunkt des Abrisses unter Denkmalschutz stand oder nicht, schwelt weiter. Bollig hatte bestritten, den entsprechenden Bescheid erhalten zu haben.

Er bestätigte jetzt auf Anfrage, dass er einen Anhörungsbogen der Gemeinde erhalten habe, in dem er sich zu dem Vorfall äußern solle. Der Vettweißer Bürgermeister Joachim Kunth wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern. „Wenn wir einen Bußgeldbescheid erlassen sollten, werden wir das allenfalls in einer nicht-öffentlichen Sitzung des Rates mitteilen“, erklärte Kunth. Dass es in dem Streit nicht zu einer Einigung gekommen sei, lastet Bollig der Verwaltung und dem Bürgermeister an.

Bollig: „Es gab den Versuch einer außergerichtlichen Einigung. In dem Vergleich hatte ich unter anderem angeboten, das Muttergotteshäuschen zu einer von der Gemeinde vorgeschlagenen Summe an gleicher Stelle wieder aufzubauen und das Grundstück der Gemeinde zu übereignen.“ Bollig weiter: „Auf diesen Vorschlag ist man nicht eingegangen. Ich habe bei der Verwaltung mehrfach nachgefragt, aber bis heute keine Antwort erhalten.“ Der Verwaltung sind allerdings seit einem Ratsbeschluss die Hände gebunden. Der Rat hatte sich klar gegen diese Einigung positioniert.

Kritisch sieht Bollig, dass der Streit um das Muttergotteshäuschen offenbar auch die geplante Bebauung des Grundstückes in Lüxheim erschwere: „Alle Anträge, die ich einreiche, werden nur auf den letzten Drücker beantwortet. Dann soll ich ständig die Flächen für die Parkplätze neu anordnen. Das kommt mir wie reine Schikane vor“, wirft er der Vettweißer Verwaltung vor.

Das sieht man in der Verwaltung naturgemäß anders. Bürgermeister Joachim Kunth: „Wir sind nicht die Baugenehmigungsbehörde. Wir geben lediglich eine Stellungnahme ab und befinden uns dabei in der vorgeschriebenen Frist.“ Dabei geht es seit Beginn der Auseinandersetzung im Kern um eine simple Frage: Wo soll sich künftig die Zufahrt zu dem Grundstück befinden. Bollig favorisiert die Nebenstraße, die Gemeinde die Hauptstraße. Genau auf der Ecke stand das Muttergotteshäuschen. Und das soll jetzt so in der Nebenstraße auf Gemeindeeigentum wieder aufgebaut werden, dass die Zufahrt zum Baugrundstück von dort unmöglich wird.

Verkauf des Grundstücks?

Wie sich der Streit auflösen wird, ist nicht absehbar. Im Gegenteil: Mit dem Bußgeldbescheid könnten gerichtliche Instanzen bemüht werden und es müsste geklärt werden, ob der Abriss zulässig war oder nicht. Bollig selbst überlegt unterdessen, das Grundstück in Lüxheim einem ortsfremden Investor zu überlassen. „Ob der dann Einfamilienhäuser für Lüxheimer errichtet, so wie ich das geplant hatte, wird man dann sehen“, erklärt der Nörvenicher.

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