Lüxheimer Heiligenhäuschen: Gericht wird wohl entscheiden

Von: Burkhard Giesen
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Vettweiß. Der Abriss des Heiligenhäuschens in Lüxheim Mitte Oktober hat die Gemüter erregt. Die Frage, ob der dafür Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden kann, wird voraussichtlich ein Gericht entscheiden müssen. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wurde der Denkmal-Bescheid übergeben?

Am 13. Oktober hatte sich ein Vertreter der Gemeinde Vettweiß mit dem Eigentümer des Grundstücks, auf dem sich der Bildstock befand, auf dessen Grundstück verabredet. Nach Auskunft der Gemeinde sollte bei diesem Ortstermin auch der Bescheid über die vorläufige Unterschutzstellung des Bildstocks übergeben werden. Das Ergebnis des Termins ist bekannt: Der Grundstückseigentümer aus Nörvenich setzte sich in eine Planierraupe und zerstörte das Muttergotteshäuschen.

Was zuvor passiert ist, bleibt umstritten. Peter Hüvelmann, Allgemeiner Vertreter des Vettweißer Bürgermeisters, versichert, den Bescheid übergeben zu haben. Demnach soll der Eigentümer den Brief entgegen genommen, geöffnet, gelesen und dann auf den Boden geworfen haben. Der Nörvenicher hatte das tags drauf in einem Gespräch mit unserer Zeitung bestritten: „Das Schreiben ist mir nicht zugestellt worden.“

Geklärt ist seit Dienstag eine andere strittige Frage: Ist ein vorläufig unter Schutz gestelltes Denkmal genauso zu behandeln, wie ein eingetragenes Denkmal? Das wurde am Dienstag vom Landes-Bauministerium eindeutig mit Ja beantwortet. Ministeriumssprecher Maik Grimmeck: „Wenn der Bilderstock reparabel ist, könnte die Untere Denkmalbehörde den Eigentümer verpflichten, das Denkmal wieder herzustellen. Wenn es nicht reparabel ist, wäre die Zerstörung eine Ordnungswidrigkeit.“

Und die könnte mit einem Bußgeld geahndet werden. Allerdings macht das Bauministerium eine Einschränkung: „Es ist strittig, ob der Eigentümer den Bescheid bekommen hat. Das können wir nicht klären.“

Der Rechtsanwalt des Nörvenichers sieht die Rechtslage wie das Landes-Bauministerium, bestreitet aber vehement, dass ein entsprechender Bescheid „formal ordnungsgemäß“ zugestellt worden sei und bezichtigt die Gemeindevertreter der Unwahrheit.

Allerdings glaubt der Vettweißer Bürgermeister Joachim Kunth (CDU) daran, auch vor Gericht überzeugend darlegen zu können, dass der Eigentümer den Bescheid entgegen genommen hat. Er will jetzt mit dem Kreis Düren das weitere Vorgehen abstimmen. Dabei stellt sich ihm insbesondere die Frage, ob es aus Sicht der Gemeinde überhaupt gewollt ist, dass das Muttergotteshäuschen an gleicher Stelle wieder aufgebaut wird. Kunth: „Mir wäre es durchaus Recht, der Bilderstock würde einen anderen Standort finden.“

Das vor allem vor dem Hintergrund, dass sich der bisherige Standort nach wie vor in Privatbesitz befindet und eine mögliche Abtretung des Standortes an die Gemeinde zuletzt nicht mehr diskutiert wurde.

Für einen neuen Standort könnte noch ein anderer Punkt sprechen: Eine gerichtliche Aus-einandersetzung über die Frage, ob der Bescheid übergeben wurde und damit rechtswirksam ist, könnte sich im ungünstigsten Fall über mehrere Jahre hinziehen und den Wiederaufbau verhindern.

Der Lüxheimer Ortsvorsteher Volker Franzen sprach sich am Donnerstag dafür aus, den Bilderstock um zwei Meter versetzt in einem Beet wiederaufzubauen. Franzen: „Das Grundstück befindet sich im Gemeindeeigentum, so dass da keine weiteren Probleme zu erwarten sind.“ Er rechnet damit, dass auf diesem Grundstück spätestens im Frühjahr mit den Arbeiten begonnen werden könnte.

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