Lüneburg spielt aggressiver als Dürens Asse

Von: Franz Sistemich
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Die Annahme der SWD Powervolleys präsentierte sich am Mittwoch nicht so stabil wie die der SVG Lüneburg. Deshalb konnten die Hausherren ihr Angriffsspiel besser aufziehen als die Gäste aus von der Rur. Foto: Jansen

Düren. Geschlafen hat Jaromir Zachrich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag fast überhaupt nicht auf der Rückfahrt von Hamburg. Diese Schlaflosigkeit hat aber nichts mit der 0:3-Niederlage der SWD Powervolleys gegen die SVG Lüneburg im zweiten Spiel des Play-off-Viertelfinales zu tun.

Der Bus ist halt kein Schlafzimmer und der Sitz kein Bett. „Nächste Woche wird uns das zu Hause nicht so passieren“, ist sich der Dürener Kapitän sicher. Nächste Woche heißt: Die Powervolleys müssen kommenden Mittwoch das dritte, die entscheidende Begegnung gegen die Niedersachsen um den Einzug in das Halbfinale bestreiten. Denn nach dem 3:2-Sieg im ersten Spiel steht es 1:1. Hop oder top heißt es am 29. März ab 19 Uhr in der Kreisarena.

Doch warum haben die Dürener, die mit Optimismus in den Norden gefahren sind, den Vorteil der 1:0-Führung nicht nutzen können und in der Fremde die Halbfinalqualifikation perfekt gemacht? „Wenn zwei gleichstarke Teams aufeinandertreffen, entscheidet die Tagesform über Sieg oder Niederlage“, sieht Dürens Spielführer den Hauptgrund für das 23:25, 19:25, 21:25. Und sein Mannschaftskamerad und Kollege auf der Position des Mittelblockers Michael Andrei erklärte: „Die Gastgeber waren beispielsweise einfach aggressiver als wir im Aufschlag. Ein Play-off-Spiel ist halt eine hitzige Angelegenheit, in der dann so manches Momentum auf Seitender Lüneburger war.“

Diese dominierten so die Anfangsphase des ersten Satzes: Sie blockten Diagonalangreifer Rudy Verhoeff, ließen die Annahme der Gäste wackeln, nutzten diese Schwäche, entschärften Dürens Angriffe, schlugen im Gegenzug eiskalt zu. Die Folge war eine 6:2-Führung.

Die Gäste zeigten aber wieder Kämpferqualitäten: Sie glichen zum 9:9 aus. Die Freude währte aber nur kurz; denn die bissigeren Hausherren zogen wieder davon und ließen sich auch nicht davon beeindrucken, dass sie vier (!) Matchbälle nicht verwandeln konnten.

Im zweiten Satz hielt Düren zunächst mit. Dann schritt Lüneburgs Kapitän Scott Kervorken zum Aufschlag. Es folgten Fehler der Gäste in Annahme und Zuspiel – und es stand 16:11 für die Hausherren. Tommi Tiilikainen, der Coach der Powervolleys, wechselte: Jani Sippola kam im Zuspiel für Jay Blankenau, in der Annahme ersetzte Dennis Barthel Tomi Rumpunen. Es half nichts. Beim Stand von 20:14 war der zweite Abschnitt vorentschieden.

Der Coach wechselte nach der zehnminütigen Pause zurück, brachte zusätzlich Tim Broshog für Jaromir Zachrich. Angesichts des Satzverlaufes konnte die Hoffnung keimen, dass die Powervolleys wie im Hinspiel die Partie vielleicht noch drehen konnten. Sie präsentierten sich wesentlich stabiler, gingen immer wieder in Führung, mussten aber auch den Lüneburger so manchen Ein-Punktevorsprung überlassen. Allerdings neigte sich die Waagschale dann doch immer mehr Richtung SVG. Lüneburgs Kervorken schlug ein Ass zum 20:18, Dennis Barthel wurde zum 18:21 geblockt – der dritte Lüneburger Satzgewinn und damit das Entscheidungsspiel waren nur sieben Punkte entfernt.

„Wir haben nicht gespielt, was wir können. Viele kleine Sachen haben bei uns nicht, aber bei Lüneburg wohl funktioniert. Lüneburg hat stark gespielt, wir nicht“, fasste Spielführer Zachrich zusammen.

Michael Andrei war am Donnerstag froh, einen freien Tag vor sich zu haben: „Bei diesem Sonnenschein kann ich im Garten sitzen, ein Buch lesen und die Niederlage sacken lassen.“ Sie hat ihn gewurmt: „Wir haben nur reagiert, nicht agiert, uns sind dumme Bälle auf den Boden gefallen.“ Dennoch: „Wir werden Mittwoch eine deutliche Reaktion zeigen. Wir werden uns die Seele aus dem Leib spielen.“

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