London-Städteführer entwickelt, Klassenfahrt gewonnen

Von: Melina Balaban
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Kai (14) führt am Laptop das Projekt vor, mit dem die Klasse 9e des GaW das Preisausschreiben gewonnen hat. Lehrer Tobias Gockeln (l.) hat mit Ulrike Flach das Projekt der Klasse betreut. Foto: Annika Thee
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Jürgen Hiep (Cornelsen-Verlag, 2.v.r.) und Oliver Drexhage (CTS-Reisen, 3.v.r.) überreichen den Schülern der 9e ihren Gutschein. Schulleiterin Claudia Fülling und Lehrer Tobias Gockeln freuen sich mit ihnen. Foto: Annika Thee

Düren. „So sehen Sieger aus“, sagte Jürgen Hiep vom Cornelsen Verlag, als er der Klasse 9e des Gymnasiums am Wirteltor zum Gewinn seines Preisausschreibens gratulierte. Die bilinguale Klasse kann sich damit über den Hauptpreis im Wert von 10.000 Euro freuen: eine fünftägige Klassenfahrt nach London. Preisstifter ist das Reiseunternehmen CTS.

Die 19 Schüler im Alter von 14 und 15 Jahren, die während des vergangenen Schuljahres schon einmal auf Klassenfahrt in England waren, hatten die Aufgabe, einen Stadtführer von London zu erstellen. Komplett auf Englisch. Dabei stand ihnen offen, ob sie etwas Gedrucktes wie ein Buch oder eine Internetseite erarbeiten. Mit dem ersten Preis hat sich die Klasse gegen 2180 Schüler (72 Klassen) und 80 Lehrer aus ganz Deutschland durchgesetzt, die allesamt am Preisausschreiben teilgenommen hatten.

Jürgen Hiep vom Cornelsen Verlag und Oliver Drexhagen von CTS-Reisen besuchten die Klasse zum Gratulieren und um sich anzuschauen, wie die Schüler bei der Planung und der Entwicklung des Reiseführers vorgegangen waren.

Die Klasse hatte in der Schule kurz vor den Herbstferien von dem Gewinnspiel erfahren. Daraufhin hatten die Jugendlichen abgestimmt, ob sie teilnehmen wollten. Das Ergebnis war eindeutig. Die Schüler der 9e stellten ein neunköpfiges Organisationsteam zusammen und ordneten verschiedene Aufgaben zu, wie zum Beispiel das Korrigieren der Texte. Es musste auch die beste Reiseroute ausgetüftelt werden, um so viele Sehenswürdigkeiten wie möglich in kurzer Zeit besichtigen zu können.

„Wir haben sehr wenige Unterrichtsstunden verwendet, um an diesem Projekt zu arbeiten“, berichtete der 14-jährige Kai. Die Jugendlichen opferten stattdessen ihre Pausen und Freizeit, um am Projekt zu arbeiten. Alle Texte wurden zu Hause verfasst, und mit Hilfe von Kurznachrichten wurden per Handy Zwischenergebnisse in der Gruppe miteinander geteilt. „In den Pausen sind die Schüler zu den Lehrern gekommen und haben gefragt, ob man ihnen die Räume aufschließen kann“ berichtete Schulleiterin Claudia Fülling stolz.

Die ganze Klasse sei in das Projekt involviert gewesen. Es wurde ein Zeitplan angelegt, den die Jugendlichen verfolgten, um pünktlich fertig zu sein. Von Anfang seien sich die Schüler einig gewesen, dass sie sowohl ein Buch mit den beliebtesten Sehenswürdigkeiten und kurzen Texten erstellen wollten als auch eine dazugehörige Internetseite mit längeren Beiträgen und zusätzlichen Tipps.

Doch damit nicht genug: Die Schüler ließen sich auch ein paar Besonderheiten einfallen. So wurden die Sehenswürdigkeiten im Internet auf einer eingebetteten Karte angezeigt und zu passenden Routen zusammengesetzt. Außerdem entwarfen sie sogenannte Insider-Tipps, bei denen die Besucher der Seite erfahren, wo es zum Beispiel den besten Tee in London gibt. „Wir sind erst später auf die Idee gekommen, QR-Codes zu verwenden“, betonte Kai. Diese Codes im Buch können von den Nutzern mit dem Handy eingescannt werden, um so weitere Informationen oder Routen digital erhalten zu können.

Route für „Harry-Potter“-Fans

Auch „Harry Potter“-Fans können sich auf etwas gefasst machen, denn die Klasse hat auch für sie etwas zusammengestellt: Alle Sehenswürdigkeiten, die für die Film- und Buchliebhaber interessant sein könnten, sind auf einer Route durch die britische Hauptstadt zu finden.

Der Jury wurden alle möglichen Städteführer zugeschickt, auch Poster, Spiele und Audiodateien. Jedoch fand sie letztendlich die Kombination aus Website und Buch besonders gelungen, erklärte Jürgen Hiep bei der Preisübergabe. „Das war eine schöne runde Sache“, sagte er und fügte vor der Klasse hinzu, er sei „deeply impressed“ – schwer beeindruckt.

Während der fünftägigen London-Reise im Juni stehen für die Jugendlichen drei Programmpunkte besonders auf dem Plan: eine Stadtrundfahrt, die Besichtigung des höchsten Riesenrads Europas, dem London Eye, sowie der Besuch der Hafenstadt Dover. „Danach könnt ihr die Webseite vielleicht sogar noch ergänzen“, sagte Jürgen Hiep.

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