Kreis Düren - Lohnt sich noch jeder Blutspendetermin?

Lohnt sich noch jeder Blutspendetermin?

Von: Sarah Maria Berners und Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
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Der Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes prüft, ob Termine, zu denen nicht viele Spender kommen, gestrichen werden. Elfriede Kempkes vom DRK Kreisverband ist zuversichtlich, dass die Termine im Dürener Raum bestehen bleiben. Foto: dpa

Kreis Düren. Unter 40 Blutspendern läuft bald nichts mehr. Der Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes stellt derzeit alle Blutspende-Termine auf den Prüfstand: Kommen zu einem davon wiederholt nur wenige Spender, dann soll er – zumindest vorübergehend – gestrichen werden.

Anlass dafür sei eine leicht gesunkene Nachfrage seitens der Kliniken, sagt Heinz Kapschak, stellvertretender Sprecher des Blutspendedienstes West. „Etwa sieben Prozent weniger Blutkonserven als vor wenigen Jahren rufen die Krankenhäuser derzeit beim DRK ab.“ Eine Ursache seien minimalinvasive Operationsmethoden, bei denen weniger Blutkonserven vonnöten sind. Bereits im vergangenen Jahr sei selbst während der Sommerferienzeit ein Versorgungsengpass ausgeblieben, wie es ihn in diesem Zeitraum zuvor häufiger gegeben habe, sagt Kapschak.

Um nicht unnötig viel Blut vorzuhalten und es vielleicht sogar entsorgen zu müssen, werde derzeit flächendeckend geprüft. „Das ist auch in den vergangenen Jahren immer wieder mal passiert, um uns dem Bedarf der Krankenhäuser anzupassen“, heißt es seitens des DRK. Sollte die Nachfrage wieder steigen, werde man darauf reagieren: „Hier geht es ja nicht darum, Arbeitsplätze einzusparen. Aber die Hauptamtler, die bei einem wenig frequentierten Termin vielleicht gar nichts zu tun haben, können an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden.“ Der logistische Aufwand für solch einen Termin müsse in Relation zu der gesammelten Blutmenge stehen. 130 Euro kostet eine Blutspende das DRK.

Dafür hat auch Elfriede Kempkes beim DRK Kreisverband Düren unter anderem für die Blutspenden zuständig, Verständnis. „Hinter jedem Termin steckt ein großer logistischer Aufwand, neben dem hauptamtlichen Personal sind viele Ehrenamtler im Einsatz.“ Auch das DRK müsse bei den Blutspenden eine „gewisse Wirtschaftlichkeit“ erzielen.

Die Termine werden von Zentrum für Transfusionsmedizin in Breitscheid aus bestimmt. Das DRK vor Ort habe aber keinen unmittelbaren Einfluss darauf. Bei Terminen in Merzenich wie am Dienstag kommen rund 100 Menschen zur Blutspende. Elfriede Kempkes ist jedoch sehr zuversichtlich, dass im Kreis Düren keine Termine gestrichen werden. „Wir haben in der Vergangenheit bereits reagiert und in Orten, in denen über einen längeren Zeitraum nur 20 bis 25 Spender kamen, die Anzahl der Termine von vier auf zwei pro Jahr reduziert“, erklärt Kempkes. In einigen Orten in der Eifel gebe es Termine, da kämen manchmal nur 35 Spender, beim nächsten Termin seien es dann wieder 60.

„Aber selbst wenn Termine wegfallen sollten, gibt es in unmittelbarer Nähe, manchmal direkt im Nachbarort, eine weitere Möglichkeit, Blut zu spenden“, betont Kempkes, die das Engagement der Spender lobt und zuversichtlich ist, dass die Spender auch die Fahrt in den Nachbarort in Kauf nehmen würden, um Blut zu spenden. „Wir haben circa 9500 Blutspender und bieten etwa 140 Termine pro Jahr an“, resümiert Kempkes.

Etwas problematisch steht es nicht nur im Kreis Düren um den Blutspender-Nachwuchs. „Es läuft etwas schleppend und könnte besser sein“, kommentiert Elfriede Kempkes auf Nachfrage. Die meisten Spender sind zwischen 40 und 50 Jahren alt. „Wir machen in jedem Jahr eine große Aktion an den Kaufmännischen Schulen“, erklärt Elfriede Kempkes, dort ließen sich die Schüler auch für die Blutspenden motivieren.

Allerdings seien junge Menschen oftmals unbekümmert und würden sich nicht dauerhaft für eine Blutspende bereiterklären. Manche hätten auch Angst vor der Nadel, andere vielleicht keine Zeit oder auch keine Lust. „In einem höheren Alter kommt dann eher wieder ein Verantwortungsgefühl auf“, weiß die DRK-Mitarbeiterin. Manchmal entscheiden sich Menschen auch zum Blutspenden, weil sie selbst beispielsweise nach einer Operation Blutkonserven gebraucht haben.

Spenden können Menschen ab einem Mindestalter von 18 Jahren. Nach oben gibt es keine Altersbegrenzung. „Ob Menschen Blut spenden können, hängt von deren Gesundheitszustand ab“, betont Kämpkes. Männer dürften bis zu sechsmal pro Jahr Blut spenden, Frauen viermal jährlich.

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