Literarisches Konzert im Schloss Burgau

Von: bel
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Der Präsident des Rotary Clubs Düren, Robert Povel, Pianistin Krystyna Kutnik und Moderator Pawel Krzak präsentierten ein Stück Polen. Foto: bel

Düren. Dr. Heinz Seeger, ehemaliger Schulleiter des Gymnasiums am Wirteltor und Mitglied der Dürener Rotarier, brachte es auf den Punkt: „Wir wollen mit dem heutigen Abend einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass Polen und Deutschland bald zu einem ähnlichen Miteinander finden wie Frankreich und Deutschland.”

In beiden Ländern gäbe es neben einer gemeinsamen Geschichte viele kulturelle Schnittmengen. Diese konnten die Besucher im Rahmen eines Konzerts auf Schloss Burgau erleben.

Besondere Bedeutung Krakaus

Pawel Krzak und der Pianistin Krystyna Kutnik gelang es, den Gästen in Stück polnische Seele offenzulegen. Beide Künstler sind aus Krakau, der Stadt, wie Krzak sagte, die für die Polen die wichtigste, die an sich polnischste Stadt ist. Pawel Krzak moderierte in gutem Deutsch, das seinen Charme auch mit dem kleinen Akzent keineswegs einbüßte. Bevor er polnische Gedichte teilweise in Polnisch, dann aber auch in deutscher Übersetzung vortrug, stellte er die Dichter vor, ließ ihre wichtigsten Lebensstationen und vor allen Dingen ihre Denkweisen und Absichten vor den Augen des Publikums passieren.

Polen, das unter so vielen Teilungen und Kriegen jahrhundertelang gelitten hat, sei ein Land mit eigenwilliger Prägung. Es ist das Land, das noch sehr katholisch, nicht aber so sehr römisch-katholisch ist, sondern dessen Dichter und Denker auch über den katholischen Tellerrand hinausschauen und - wie der Poet Czeslaw Milosz - buddhistisches Gedankengut in ihre Religion mit aufnehmen.

Milosz war Zeuge des Ghettoaufstandes in Warschau und setzte diesem Ereignis mit dem Gedicht „Campo di Fiori” ein literarisches Denkmal. Auf dem Campo di Fiori in Rom bestieg dereinst Giordano Bruno den Scheiterhaufen.

Milosz schlägt eine Brücke zu den brennenden Häusern, den schrecklichen Gewehrsalven im Warschauer Ghetto und versetzt Zuhörer und Leser in die Rolle des Opfers, das in seinem totalen Alleinsein den Scheiterhaufen besteigt. Das Gedicht „Pescador de Hombres” (Menschenfischer) erinnert die Krakauer und alle Polen an den Menschenfischer, an den Papst aus Krakau, Johannes Paul II., der für sie die Rolle eines Engels einnimmt, der ihnen während der Befreiung vom kommunistischen System beigestanden hat.

Neben Werken von Milosz trug Krzak Gedichte von Paul Celan, Zbignew Herbert, Leszek Kolakowski, Adam Zagajewski und Wislawa Szymborska vor, während Krystyna Kutnik für die Hintergrundmusik sorgte. Kutnik spielte außerdem von Frederik Chopin „Nocturn Cis-moll, Nocturn Es-Dur, Polonaise A-Dur” und von Karol Szymanowski die „Mazurka für Artur Rubinstein”. Ziel erreicht, stellten die Besucher am Ende des Konzerts fest.
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