Lions-Kulturtage: Konzertabend regt zum Nachdenken an

Von: Bruno Elberfeld
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Ihre Stücke sollten die Zuhörer auf Schloss Burgau nachdenklich machen. Das gelang der Gruppe um Liedermacher Martin Claßen beim Konzert im Rahmen der Lions-Kulturtage. Foto: Bruno Elberfeld

Niederau. Die Gäste im gut besetzten Theatersälchen von Schloss Burgau haben – nach eigenem Kundtun – den Konzertabend mit Liedermacher Martin Claßen (Gesang, Mundharmonika und Gitarre) und Bernd Claßen (Percussion, Gesang), Sylvia Claßen-Baron (Kontrabass), Jörg Grundner und Gast Andreas Franke (6-String-Guitar) genossen.

Die Musiker traten im Rahmen der Lions-Kulturtage auf. Der Konzertabend war in zwei Hälften gegliedert. Den ersten Teil hatte Claßen dem eher individuell-persönlichen Bereich gewidmet, in der zweiten Hälfte verwiesen die Texte auf das aktuelle Geschehen auf der Weltbühne.

„Diese Lieder muss ich machen“, erklärte Claßen. „Ich möchte mir und meinen Zuhörern einen Spiegel vorhalten.“ Verpackt in Musik reflektiere er seine Handlungen und sein Leben und das Geschehen auf diesem globalisierten Planeten. Das Ziel: Martin Claßen wünscht sich diese Reflexion, ohne den pädagogischen Zeigefinger aufzurichten, auch bei seinen Gästen.

Die Lieder ähneln Erzählungen, beschreiben das Innen und Außen der Erdenbewohner. Was liegt näher, als sich über den Sinn des Lebens Gedanken zu machen? Der Kampf eines pubertierenden Jungen beim Anblick eines schönen Mädchens, unerreichbar für ihn und entrückt.

Gemeinschaft und Freundschaft in ihren schönsten Formen und die oft unvermeidlichen Enttäuschungen. Gitarren und Sänger klingen bei diesen Themen verhalten und ruhig. Den Zuhörern könnte durchaus der Gedanke kommen, Instrumente und Stimmen stünden in einem Wettbewerb um den leisesten und emotionalsten Ton.

Im zweiten Teil des Konzertabends wurde das Augenmerk der Gäste auf das globale Geschehen gerichtet. „Des Teufels Freier“, „Die Reise ans Ende deiner Zeit“, „Lass dich treiben“, „Die Engel, die schweigen“ – eine kleine Auswahl von Titeln, die sich mit dem komplizierten, oft chaotischen Bild einer von Egoismus, Habgier, Machtstreben und Kriegen zerstörten Schöpfung befassen. Der Ruf nach Gerechtigkeit und der Würde aller Menschen wurde laut. Ein nachahmenswerter Einfall: Martin Claßen bat bei dem Lied „Nur ein paar Zeilen“, das von Elend und Verzweiflung vieler Kinder in Kriegsgebieten berichtet, während Waffenproduzenten vor Fernsehpublikum Schecks für soziale Zwecke zücken, nicht zu applaudieren. Ruhe und Zeit zum Nachdenken, die die Gäste im Saal gerne wahrnahmen.

Nur drei Lieder stammten an diesem Abend nicht aus der Feder Claßens. Jacques Brel reihte sich aber anstandslos in den Tenor der anderen Kompositionen ein.

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