Lions-Kulturtage: Aus dem Nähkästchen der Finanzpolitik

Von: Hendrik Buch
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Frank Wettstein, Finanzvorstand beim Hamburger SV, Petra Rosarius vom Stationären Hospiz in Lendersdorf (von links) gehörten beim 5. Dürener Talk zu den Gästen. Mit dabei auch Social-Media-Redakteurin Steffi Heinrichs, Professor Thomas Roeb und der Börsen- und Finanzexperte Robert Halver. Moderiert wurde die Veranstaltung von Jürgen Roßkamp und Professor Herbert Schmidt (von rechts). Foto: Hendrik Buch

Düren. Er ist Banker, Medienprofi und sorgt als Börsenexperte gerne auch mal für Lacher. Als einer von fünf Gästen plauderte der gebürtige Gürzenicher Robert Halver im Rahmen der Lions-Kulturtage bei der fünften Ausgabe des Dürener Talks auf Schloss Burgau aus dem Nähkästchen der Finanzwelt.

Mit den weiteren Gästen formte Halver eine kurzweilige Talkrunde, die zwischen Fußball und Hospiz viele Themen kannte.„Die Zinssparer verbrennen ihr Geld und sind die heimlichen Financiers der Eurorettung“, ließ der Bankier das Publikum wissen. Mit pointierten Äußerungen wusste der vielzitierte TV-Experte seine Botschaften an den Mann zu bringen. Das Thema Finanzen wurde so zum heitersten des Abends.

Für die eindrücklichsten Momente sorgten indes auch andere. So wurde es still im Saal als Frank Wettstein, Finanzvorstand beim Hamburger SV, über Timo Kraus berichtete. Das Schicksal seines länger vermissten Vorstandskollegen hatte sich erst eine Woche vor der Talkrunde aufgeklärt.

„Es ist auch für mich eine schwere Zeit, ich stehe in engem Kontakt zu seiner Familie“, berichtete er. Die Moderatoren Professor Herbert Schmidt und Jürgen Roßkamp bewiesen Fingerspitzengefühl und strapazierten das Thema nicht. Stattdessen durfte Wettstein über die sportliche Situation beim HSV und seinen Anteil an der Sanierung des BVB berichten.

Mehr noch als beim Gesellschaftsthema Fußball mutierte die Runde während der Fragen an Steffi Heinrichs zur Gruppendiskussion. Als Redakteurin betreut sie bei „katholisch.de“ die Social-Media Inhalte. Wirklich viel über ihre Arbeit erfuhr man jedoch leider nicht, denn die anderen Gäste nutzten die Schilderungen der Kommunikationsexpertin immer wieder als Aufhänger für Berichte über ihre eigenen Gedanken zu Kirche und Glauben.

An Heinrichs Seite präsentierte sich Professor Thomas Roeb ebenfalls als launiger Gesprächspartner. Neben seiner Profession, dem Handel, äußerte er sich auch mit klaren Positionen zu fast allen anderen Themen – und zu seinen Panzern. Über seine große Sammlung sagte er: „Es geht mir nicht darum, die Dinge zu nutzen. Mir geht es um finden, kaufen und haben.“ Er selbst sei erst ein einziges Mal mit einem seiner vielen Panzer gefahren.

Für thematische Kontraste sorgte Petra Rosarius. Sie sprach in der Runde über ihre ehrenamtliche Arbeit im stationären Hospiz in Lendersdorf. „Zinsentwicklungen sind für die Menschen dort absolut uninteressant“, sprach sie von ihren Begegnungen. „Im Hospiz geht es um den nächsten Tag, um die Hoffnung, noch einmal an die Rur gehen zu können.“ Insgesamt zeichnete sie aber auch ein Bild eines Hospizes mit Freude und Hoffnung.

In der Summe musste sich die vom Heinrich-Böll-Haus Langenbroich präsentierte Runde vor so manchem TV-Abendtalk nicht verstecken. Ein interessanter Personenkreis und ein facettenreiches Themenfeld sorgten dafür, dass die zweieinhalb Stunden Gespräch fast verflogen.

Und dank Robert Halver wird sich so mancher Gast nach der Veranstaltung wahrscheinlich noch mal seinem Sparguthaben gewidmet haben.

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