Lionel Barthez gewinnt mit einer frechen Taktik sein Spiel

Von: Axel Keldenich
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Gürzenich. Die Herren 40 der TG Gürzenich-Wald sind wieder Westdeutscher Meister.

Nach einer streckenweise hochspannenden Begegnung mit dem einzig verbliebenen Rivalen um die Meisterschaft in der Regionalliga konnte der Stadionsprecher gegen 18.45 Uhr am Samstag verkünden.

„Mit dem Sieg des Doppels Michael Schmidtmann/Jens Wöhrmann steht fest: Die TG Gürzenich-Wald ist Westdeutscher Meister der Herren 40.” 6:3 bezwangen die Gürzenicher den Kontrahenten, der teilweise auch durch seine Unfairness auffiel.

Bis dahin hatten die einzelnen Partien die rund 250 Zuschauer in ein Wechselbad der Gefühle gestürzt. Die Gürzenicher 1:0-Führung stand schnell fest, als Jens Wöhrmanns Gegner schon im ersten Satz wegen einer Verletzung aufgeben musste.

Kurzer Prozess

Auf den Positionen 1 und 2 ging es jedoch anders herum, denn Jacques-Olivier Moers und Michael Schmidtmann hatten gegen Francisco Clavet und Paul Haarhuis, die beide einmal unter den Top 20 der Weltrangliste standen, keine Chance. Anders Jan Stremmel, der mit seinem Gegner beim 6:2, 6:0 kurzen Prozess machte, und auch Veli Paloheimo, der im intensivsten Einzel des Tages seinen Gegner Frank Potthoff förmlich niederrang. Im zweiten Satz drehte er ein 2:5 zum 6:5, vergab dann zwei Matchbälle und musste in den Tiebreak, in dem er dann wieder souverän auftrumpfte und für das 3:2 sorgte.

Starke Schmerzen

Derweil hatte sich Lionel Barthez beim Stand von 1:4 den Fuß umgeschlagen und musste behandelt werden. Unter Schmerzen holte er dann jedoch stetig auf und gewann diesen Satz noch, stand allerdings kurz davor, aufgeben zu müssen. Doch der gewiefte Fuchs entschied sich zu einer frechen Taktik: Praktisch wehrlos gab er den zweiten Satz ab, um sich voll auf den Champions-Tiebreak zu konzentrieren. Und tatsächlich gelang ihm ein umjubeltes 10:7.

Dann folgte eine umstrittene Aktion der Johannesberger Mannschaftsführung. Sie berief sich auf eine Regel, die besagt, dass für die Doppel neue Bälle ausgegeben werden müssen, es sei denn, die Mannschaften einigen sich darauf, mit den Bällen aus den Einzeln weiter zu spielen. Dies war bisher seit Jahren in allen Spielen der Regionalliga Usus, ohne dass explizit darüber geredet werden musste. Also besorgte man zügig drei Dosen neuer Bälle, doch jetzt beanstandeten die Gäste, dass dies eine unzulässige Zeitverzögerung bedeute.

Die Gürzenicher gaben die einzig möglich Antwort und gewannen zwei Doppel klar, wonach das dritte mit dem verletzten Barthez bei 6:4, 5:5 nur deshalb aufgab, weil der Gesamtsieg feststand. Obwohl damit also sportlich alles klar entschieden war, bestehen die Unterlegenen darauf, einen Protest gegen die Wertung einlegen zu wollen.

Die Gürzenicher hinderte das aber nicht daran, nach dem Sieg ausgelassen zu feiern und ihre Matchwinner, allen voran Lionnel Barthez, hochleben zu lassen. Sie gehen auch trotz des Johannesberger Theaterdonners, deren Zuschauer immer wieder Gürzenicher Fehler bejubelten, fest davon aus, am ersten September-Wochenende beim Turnier der vier Regionalmeister in Hamburg einen neuen Anlauf zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft zu machen.
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